Almanacco del Cinturino

Sistema

In der Uhrmacherei bezeichnet der Begriff System eine Reihe von mechanischen Komponenten, die dazu bestimmt sind, eine spezifische Funktion innerhalb des Uhrwerks oder des Gehäuses auszuführen. Es ist kein generisches Synonym für Mechanismus: Ein System impliziert eine patentierte oder zumindest proprietäre Lösung, oft das Ergebnis jahrelanger interner Entwicklung. Die Unterscheidung ist wichtig.

Bei der automatischen Aufzugstechnik ist der am häufigsten zitierte Fall das Pellaton-System von IWC. Im Gegensatz zu einem einfachen Schaltrad-Hebel überträgt das Pellaton die Rotorenergie auf den Federhaus durch Nockenscheiben und ein bidirektionales Zahnradsystem, was den Verschleiß an kritischen Komponenten reduziert. In den neuesten Versionen der keramischen Ingenieur werden die Kontaktteile aus Zirkoniumoxid hergestellt, praktisch verschleißfrei. Eine kohärente Weiterentwicklung einer mechanischen Logik aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Das Doppel-Ritzel-System — das beide Drehrichtungen des Rotors nutzt — funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und wird von verschiedenen unabhängigen Herstellern verwendet.

Zum Schutz des Gehäuses unter extremen Bedingungen entwickelte Rolex das Ringlock-System: einen hochfesten Stickstoff-Innenring, der zusammen mit dem Helium-Auslassventil dem Deepsea Challenge ermöglicht, Drücke bis zu 11 000 Metern zu widerstehen. Hier betrifft das System nicht das Uhrwerk, sondern die Architektur des Gehäuses selbst.

Bei der Energiespeicherung stellen die vier übereinander angeordneten Federhäuser der Chopard L.U.C. Quattro ein Speichersystem dar, das die Gangreserve auf neun Tage erhöht: vier Federhäuser in einer Säule, parallel gekoppelt, die das Drehmoment während der gesamten Aufzugsdauer gleichmäßig verteilen.

Eine Kategorie für sich ist das ROCS-System von Ressence (Ressence Orbital Convex System): exzentrische Achsen mit Satelliten auf Rubinkugellagern, die um 9,75° geneigt sind und die Zeiger durch die Zifferblattebene bewegen, ohne konventionelle Zeiger zu verwenden. Es ist eines der wenigen Systeme der letzten zwanzig Jahre, das die Art und Weise, wie man die Zeit abliest, neu gestaltet.

Schließlich löst das kardanische System in Mehrrotor-Tourbillons — wie im Tourbillon Cardan von Greubel Forsey, mit zwei Ringen bei 90° und variabler Neigung von -30° bis +30° in 48 Sekunden — die Einschränkung des klassischen Tourbillons, der die Schwerkraft nur auf einer Ebene kompensiert. Von der Werkbank aus sehe ich oft System und Komplikation verwechselt: Sie sind nicht dasselbe. Eine Komplikation fügt der Uhr eine Funktion hinzu; ein System definiert wie diese Funktion intern realisiert wird.

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