Almanacco del Cinturino

Perlage

Perlage ist eine Kaltfinish-Technik, die auf flachen Flächen von Platinen und Brücken angewendet wird: Ein mit Schleifpulver beladenes zylindrisches oder kugelförmiges Werkzeug wird an einem genauen Punkt gepresst und gedreht, wodurch ein mikro-konkaver Kreis entsteht. Der Bediener verschiebt das Werkzeug dann um einige Zehntel Millimeter und wiederholt den Vorgang. Das Ergebnis ist ein dichtes Gitter sich überlagernder Kreise, die das Licht auf seidenmatte, gleichmäßige Weise streuen. Im Gegensatz zu Côtes de Genève, die gerichtet arbeiten, funktioniert Perlage durch Ansammlung von Abdrücken: es gibt keine dominante Linie, das Auge findet keine bevorzugte Richtung.

Bei qualitativ hochwertigen Kaliber bedeckt Perlage fast immer Bereiche der Platine, die bei montiertem Werk nicht direkt sichtbar sind — die Flächen zum Zifferblatt hin, nicht zum Boden hin. Dort hat sie auch eine praktische Funktion: Sie fängt Verschleiß und Partikel ab, bevor sie die Zapfen erreichen. Bei skelettierten Werken oder solchen mit Saphirglas-Boden wird die Veredelung stattdessen auf sichtbare Oberflächen ausgedehnt, wo die Qualität der Ausführung sofort erkennbar wird. Gut ausgeführtes Perlage hat Kreise mit gleichmäßigem Durchmesser, regelmäßigem Abstand und gleichmäßiger Tiefe über die gesamte Fläche; eines, das in Eile ausgeführt wurde, zeigt bereits bei 10× Vergrößerung Unregelmäßigkeiten.

Die Technik wird oft mit anderen Veredelungen kombiniert: auf demselben Werk findet man normalerweise Côtes de Genève auf den Hauptbrücken, Perlage auf Zwischenplatinen, Anglage an Kanten und Colimaçon auf Barriereverädern. Pietari Kupias verwendet es auf der Katedraali zusammen mit Schwarzpolieren und Geradschliff auf seidenglänzend und handgeschrägten deutschem Silberbrücken. Armin Strom kombiniert es im ASB19-Kaliber mit zirkulären Côtes de Genève und angelassenen Schrauben. Jaeger-LeCoultre erklärt im Kaliber der Master Grande Tradition Tourbillon Jumping Date zehn unterschiedliche Veredelungen, Perlage einbezogen, über mehr als dreißig handbearbeitete Komponenten.

Das Wort stammt vom französischen perle, Perle. Perlage ist eine klassische Veredelungstechnik der Feinuhr. Sie sollte nicht mit Azuré verwechselt werden, das ein wellenförmiges Muster ist, das hauptsächlich auf Zifferblättern angewendet wird — obwohl einige Quellen die beiden Begriffe austauschbar verwenden, was ich für ungenau halte.

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