Lucent Steel ist eine proprietäre Edelstahllegierung von Chopard, intern mit dem Code A223 bezeichnet. Es handelt sich nicht um reformuliertes 316L-Stahl: Es ist eine eigenständige Legierung, die durch das Schmelzen von recyceltem Material bei höheren Temperaturen als standardmäßige Stahlherstellungsprozesse hergestellt wird, und das metallurgische Ergebnis ist messbar. Die Härte ist etwa 50% höher als bei konventionellem Edelstahl, die Verschleißfestigkeit ist erheblich größer, und die Lichtreflexion hat eine kalte, fast mineralische Qualität, die optisch mehr an Weißgold oder Palladium erinnert als an traditionellen Stahl. Es ist kein Oberflächeneffekt: Es ist die Kristallstruktur der Legierung selbst, die diese Leuchtkraft erzeugt.
Chopard führte die Legierung 2019 mit der ersten Alpine-Eagle-Serie ein. Seitdem wurde die Zusammensetzung verfeinert: Die neuesten Versionen deklarieren 85% zertifiziertes Recyclingmaterial. Seit 2023 hat das Haus Lucent Steel als Standardmaterial für alle Stahlmodelle eingeführt, von der L.U.C-Linie — einschließlich L.U.C XPS und L.U.C Strike One in ausgewählten Editionen — bis zum Mille Miglia Classic Chronograph. Die Tatsache, dass es auch in L.U.C-Kaliber verwendet wird, die traditionell konstruktiv sind und nicht auf die Zurschaustellung des Gehäusematerials ausgerichtet sind, sagt etwas über das Vertrauen der Manufaktur in seine Bearbeitbarkeit aus: das A223 ist schwierig zu fräsen und zu schleifen und erfordert Werkzeuge und Schnittparameter, die sich von Standard-Stahl unterscheiden.
Das erkennbarste optische Merkmal in den Alpine-Eagle-Versionen ist der Kontrast zwischen polierten und gebürsteten Oberflächen: Die gebürsteten Oberflächen erscheinen heller als bei 316L-Stahl, und die polierten Teile haben eine Reflexionstiefe, die mit bloßem Auge zu unterscheiden ist. Wer lange an Metallveredelungen an der Bank gearbeitet hat, sieht es sofort. Es ist weder ein PVD-Effekt noch eine Beschichtung: Es ist die nackte Legierung.
Aus Nachhaltigkeitssicht bindet Chopard Lucent Steel in sein Programm für ethische Beschaffung ein, das auch verantwortungsvoll gewonnenes Gold umfasst. Der Recycling-Anteil wird von Dritten überprüft, aber die Details des Schmelzprozesses und die genaue Zusammensetzung bleiben proprietär. Ich kenne die spezifische Prozentangabe der zum Basiseisen hinzugefügten Legierungselemente nicht: Chopard hat sie nicht veröffentlicht.