Almanacco del Cinturino

Ghiera bussola

Die Kompasslünette ist kein magnetischer Kompass: Sie ist ein Sonnensorientierungsinstrument, das den Stundenzeiger als ungefähren Schattenzeiger nutzt. Diese Unterscheidung ist grundlegend und wird in kommerziellen Beschreibungen häufig übersehen.

Das Funktionsprinzip ist seit Jahrzehnten dasselbe. In der nördlichen Hemisphäre zeigen Sie den Stundenzeiger zur Sonne, drehen dann die Lünette, bis sich das « S » genau in der Mitte zwischen diesem Zeiger und 12 Uhr befindet. Zu diesem Zeitpunkt zeigt der « N »-Markierung die ungefähre Nordrichtung an. In der südlichen Hemisphäre kehren Sie den Vorgang um: Zeigen Sie 12 Uhr zur Sonne und richten Sie das « N » auf den Mittelpunkt aus. Die Uhr muss horizontal gehalten werden; während der Sommerzeit ist es besser, die Sonnenzeit zu verwenden, indem Sie eine Stunde abziehen. Die Genauigkeit entspricht einer Feldmethode, die nützlich ist, um Ihre allgemeine Fahrtrichtung zu bewahren, nicht für topografische Vermessungen.

Die Lünette kann extern oder intern sein. Die externe Version — bidirektional mit einer mit den vier Himmelsrichtungen gekennzeichneten Einsatzfläche aus eloxiertem Aluminium oder Keramik — ist die häufigste Lösung bei Felduhren, beginnend mit der Hamilton Khaki Field Expedition. Die interne Version, gesteuert durch eine spezielle Krone, ist eine konstruktiv verfeinerte Wahl: Seiko's Alpinist positioniert sie bei 4 Uhr und trennt sie somit von der Aufzugs- und Zeiteinstellkrone. Dies verhindert versehentliche Aktivierungen und hält das Zifferblatt sauber.

An der Werkbank habe ich Kompasslünetten mit einer vollständigen Gradskala gesehen, die auch das Messen von Kurswinkeln ermöglichen, und reduzierte Versionen mit nur vier oder acht Himmelsrichtungen. Erstere sind nützlicher in Kombination mit einer topografischen Karte; letztere reichen für grundlegende Orientierung aus. Die Bidirektionalität der Lünette — im Gegensatz zur unidirektionalen Ausführung von Taucherlünetten — ist eine funktionale Wahl: Um den « S »- oder « N »-Markierung korrekt zu positionieren, müssen Sie sich in beide Richtungen frei bewegen können, ohne mechanische Einschränkungen.

Ein Detail, das selten erwähnt wird: Lumineszenz auf den Himmelsrichtungsmarkierungen macht nur Sinn, wenn Sie die Mondmethode verwenden, die noch weniger präzise als die Sonnenmethode ist. In der Nacht ohne Vollmond ist eine Kompasslünette nicht sehr nützlich. Es ist ehrlich, das zu sagen.

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