Almanacco del Cinturino

Finitura sabbiata

Die Sandstrahlfinish ist eine der wenigen Oberflächenbearbeitungen in der Uhrmacherei, die nicht von einem scharfen Werkzeug abhängt, sondern von dem Druck und der Körnerung der projizierten Partikel. Das Prinzip ist einfach: Ich schieße Mikropartikel aus Schleifmittel — Quarz, Korund oder Glaskugeln je nach gewünschtem Ergebnis — gegen die Oberfläche aus Metall oder Keramik, zerbreche die glatte Ebene und schaffe eine einheitliche Textur, die das Licht diffundiert, anstatt es zu reflektieren.

Von der Werkbank aus ist die nützlichste Unterscheidung zwischen Sandstrahlen und Mikrostrahlen. Beim klassischen Sandstrahlen sind die Partikel grober: Das Ergebnis ist matt, taktil wahrnehmbar, fast körnig. Beim Mikrostrahlen sind die Partikel sehr fein und die resultierende Oberfläche ist seidenartig, fast samtartig anzufassen, mit einem verfeinerten und homogenen Mattfinish. Beide beseitigen Reflexionen, was bei Uhren, die für taktische oder militärische Nutzung gedacht sind, wesentlich ist — die Parkerierung amerikanischer Militärkomponenten, auf die die Spezifikation GG-W-113 verweist, war im Grunde das gleiche Konzept, das auf chemischem Wege angewendet wurde. Als sich das mechanische Sandstrahlen im zwanzigsten Jahrhundert auch auf Ziviluhren ausbreitete, hörte die nüchterne Ästhetik, die sich daraus ergab, auf, eine ausschließlich militärische Eigenschaft zu sein.

Die Sandstrahlfinish lebt fast immer im Kontrast zu einem polierten Bereich. Ein vollständig sandgestrahltes Gehäuse wäre eintönig; es ist der Wechsel mit polierten Kanten oder spiegelpolierten Fasen, der dem Stück Dreidimensionalität verleiht. Dieses Wechselspiel ist auf Gehäusen aus Titan Grad 5 offensichtlich, wo die Härte des Materials das Sandstrahlen über längere Zeit hinweg relativ stabil macht, aber auch auf Keramik — ein natürlicherweise hartes und schwer zu bearbeitendes Material — wo Hersteller seidenartig gebürstete, sandgestrahlte und spiegelverzahnte Oberflächen auf demselben Bauteil kombinieren.

Auf Zifferblättern erfüllt das Sandstrahlen eine andere Funktion: Es reduziert Reflexionen, die das Ablesen erschweren würden, und kann als Hintergrund für Farbverlaufseffekte oder als Kontrast zu einem satinierten Außenring verwendet werden. In einigen Fällen erhält das sandgestrahlte Zifferblatt später eine Rhodium-Beschichtung, die einen versilberten Schleier hinzufügt, ohne den Glanz wiederherzustellen.

Bei Uhrwerken sind sandgestrahlte Brücken — genannt sandgestrahlte Brücken oder schwarze Brücken, wenn geschwärzt — in Kombination mit anderen handwerklichen Finishes wie manuellen Kantenfasen zu finden. In diesem Zusammenhang ist Sandstrahlen kein Abkürzung: Es ist das bewusst gewählte Finish, um jede Reflexion zu beseitigen, die von der Geometrie des Mechanismus ablenken würde.

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