Clous de Paris ist eine Guillochéerungstechnik, die ein Gitter von kleinen Pyramiden oder Quadraten in Relief auf der Oberfläche prägt, diagonal angeordnet mit regelmäßiger Teilung. Der Name stammt von den Eisennägeln, die einst die Pariser Portale zierten: die Ähnlichkeit ist unmittelbar ersichtlich, zumindest aus der Nähe. Dies ist kein beliebiger Motivtyp innerhalb der Guillochéerfamilie — es ist wahrscheinlich das erkennbarste, dasjenige, das jeder, der genug Zeit an der Werkbank verbracht hat, auf den ersten Blick erkennt, sogar auf einem weniger optimalen Foto.
Die historische Ausführung erfolgt an einer manuell betriebenen Guillochéermaschine, mit einer Spitze, die bei jedem Durchgang graviert. Das Ergebnis hängt vom Winkel der Spitze, der Tiefe jedes Durchgangs und der Genauigkeit der Teilung ab: drei Variablen, die kein moderner Pantograph genau so bewältigt wie die richtigen Hände an einer alten Maschine. Kari Voutilainen arbeitet zum Beispiel immer noch auf diese Weise, und der Unterschied zeigt sich, wenn man sein Werk mit dem industriellen Prägen vergleicht, das das Motiv in einem einzigen Schlag presst: schneller, flacher, weniger lebendig unter streifendem Licht. Von Hand gravierter Clous de Paris und gepresster Clous de Paris sind nicht dasselbe, auch wenn man sie im Katalog identisch beschrieben findet.
Das häufigste Ziel ist das Zifferblatt — Silber, Gold, Kupfer, Messing. Das Motiv erscheint aber auch auf den Platinen der Kaliber (die Reverso Hybris Mechanica Quadriptyque zeigt es auf der Platine selbst), auf Lünetten, auf Kronen und in einigen Fällen auf Gehäuseflächen. Wenn es auf einem Perlmuttzifferblatt angebracht wird, wie in der Van Cleef Midnight Jour Nuit, ändert sich das Ergebnis gegenüber Metall grundlegend: Perlmutt absorbiert und streut Licht anders, und das Relief scheint fast zu schweben. Auf den Kaliber-Platinen wird Clous de Paris oft mit Anglage und Spiegelpolitur kombiniert, wie im JCB-003 von Biver zu sehen ist, wo es ebenso sehr der Dekoration als auch der Demonstration von technischer Kontrolle über die Oberflächenfinition dient.
Eine Unterscheidung, die es zu beachten gilt: Clous de Paris ist ein spezifisches Muster innerhalb der Guillochéererei, kein Synonym für Guillochéererei im Allgemeinen. Grain d'orge, Flamme, Panier und andere Motive gehören zur gleichen Familie, haben aber unterschiedliche Geometrien. Im Kontext eines dekonstruierten Zifferblatts, wie einige zeitgenössische Stücke zeigen, werden Muster bewusst gemischt — und Clous de Paris wird zu einem der Segmente, nicht zur gesamten Fläche.