Schnellwechselsysteme sind keine jüngste Erfindung: Bereits in den siebziger Jahren waren bestimmte Sportwerke mit integrierten Hörnern ausgestattet, um die traditionelle Federstegschiene zu vermeiden. Was sich in den letzten zwanzig Jahren verändert hat, ist die Verbreitung von proprietären Patentsystemen, die jeweils nicht miteinander kompatibel sind und den Riemenwechsel zwar schnell machen, den Benutzer aber an das Ökosystem des Herstellers binden.
Das mechanische Prinzip ist immer dasselbe: Ein mit dem Armband verbundener Stift oder eine Lasche verriegelt sich in einer Aussparung am Horn oder am Endglied und wird freigegeben, indem man einen Knopf oder einen Hebel drückt oder das Armband einfach in axialer Richtung verschiebt. Omega verwendet einen hinteren Knopf, der den Stift vom Kopf freisetzt; IWC mit EasX-CHANGE arbeitet an einer Aussparung in den inneren Hörnern; Hublot mit dem One Click-System integriert den Schnappverschlussmechanismus in den Seitenflansch des Gehäuses; Cartier mit QuickSwitch wirkt auf die Endglieder des Armbands; Panerai mit der PAM Click Release gibt die Verbindungsstange durch einen Seitendruck frei. Leica hat bei bestimmten Fotokameramodellen sogar den Auslöseknopf als ästhetische Anspielung auf den Kameraverschluss integriert.
Durchbohrte Hörnchen, d. h. durchgehend durchbohrte Hörnchen, sind dagegen ein anderer und älterer Ansatz: Das Loch durchgeht das Horn von Seite zu Seite und ermöglicht es, das Armband mit einem Gewindestift oder mit einem größeren Federsteg zu befestigen, ohne dass die Stange nach außen gleiten kann. Es ist kein Schnellwechselsystem im engeren Sinne, reduziert aber das Risiko eines versehentlichen Verlusts und erleichtert den Wechsel im Vergleich zu einem blinden Horn. Es war in den sechziger und siebziger Jahren bei Sportchronographen verbreitet; heute findet man es an Uhren wie bestimmten Baltic-Modellen, die es als bewusste technische Wahl wieder einführen.
Von der Werkbank aus betrachtet, ist das praktische Problem proprietärer Systeme die Verfügbarkeit von Ersatzteilen im Laufe der Zeit. Wenn ein Hersteller die Plattform aktualisiert, passen die Armbänder aus der vorherigen Generation oft nicht auf das neue Gehäuse. Wer eine Uhr mit einem proprietären Schnellwechselsystem kauft, sollte überprüfen, ob dieser Sitz noch in Produktion ist und ob ein Adapter zur Standard-Federstegschiene vorhanden ist: In manchen Fällen ja, in anderen nein. Halteclips, direkt ins Armband integrierte Haltefedern, sind eine Zwischenlösung, die keine Gehäuseänderungen erfordert, aber dennoch eine werkzeuglose Befestigung bietet. Sie funktionieren solange gut, wie die Feder ihre Spannung behält; nach einigen Jahren intensiver Nutzung sollten sie überprüft werden.