Der Begriff stammt von Universal Genève, das in den 1940er Jahren eine Uhr mit drei unterschiedlichen Funktionen als Tri-Compax bezeichnete: Chronograph, Vollkalender und Mondphasen. Heute hat sich die Bedeutung verengt, und ziemlich leichtfertig: Fast überall bezeichnet "Tricompax" einfach die Anordnung der drei Chronographenzähler auf dem Zifferblatt. Wer den Begriff im ursprünglichen Sinne und wer ihn im heutigen Sinne verwendet, versteht sich nicht immer, und es ist gut zu wissen, bevor man in einer Verhandlung den Mund aufmacht.
In seiner modernen und verbreiteten Version ist das Tricompax ein Chronograph mit drei Registern: Kleine Sekunde, 30-Minuten-Totalisierer, 12-Stunden-Totalisierer. Die drei Zähler belegen die symmetrischen Positionen bei 3, 6 und 9 Uhr, mit Variationen je nach Kaliber. Die häufigste Anordnung in Valjoux-Kaliber der 1950er und 1960er Jahre platzierte die kleine Sekunde bei 9 Uhr, den Minuten-Totalisierer bei 3 Uhr und den Stunden-Totalisierer bei 6 Uhr. Einige Texte nennen unterschiedliche Anordnungen – Minuten bei 12 Uhr, Sekunden bei 9 Uhr – und dies hängt vom spezifischen Kaliber ab, nicht von einer einzigen Regel. Ich habe auf der Werkbank genug Valjoux 72 und Valjoux 23 zerlegt, um zu wissen, dass es keine für alle gültige kanonische Position gibt.
Der Unterschied zum Bicompax ist strukturell: Das Bicompax hat nur zwei Register, normalerweise Chronographen-Minuten und Chronographen-Stunden, und die kleine Sekunde fehlt entweder oder ist in die zentrale Zeiger integriert. Das Rattrapante ist eine ganz andere Kategorie: Es fügt keinen Zähler hinzu, sondern verdoppelt den Sekundenzeiger, um Zwischenzeiten zu messen, ohne den Hauptchronographen zu stoppen.
Visuell erzeugen die drei Zähler an den drei unteren Kardinalrichtungen das, was im Fachjargon "Smiley Face" genannt wird: Die Achse der beiden seitlichen Zähler bildet die Augen, der untere die Mund. Es ist eine instinktive Lesart, und sie erklärt, warum diese Anordnung Jahrzehnte lang ohne Ersetzung durch modernere Layouts bestanden hat.
Das Tricompax ist mit den großen Handaufzug-Kaliber der Nachkriegszeit verbunden – Valjoux 72, Heuer 2444 und 3336, Universal Genève – und wird heute sowohl von Manufakturen als auch von Herstellern übernommen, die abgeleitete Ébauches verwenden. Das Datum wird, wenn vorhanden, oft in das Fenster des Stunden-Totalisierers oder in ein separates Fenster eingefügt, wie beim Calibre 02 der Monaco, ohne die Grundstruktur zu verändern.