Almanacco del Cinturino

Tourbillon multi-assiale

Das konventionelle Tourbillon kompensiert die Schwerkraft auf einer einzigen Ebene: es funktioniert gut, wenn die Uhr vertikal positioniert ist, löst aber nichts auf anderen Ebenen. Das Multi-Achsen-Tourbillon wurde entwickelt, um diese Einschränkung zu überwinden, indem konzentrische Käfige hinzugefügt werden, die sich auf unabhängigen Achsen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen und das Hemmwerk durch mehrere Orientierungen innerhalb weniger Sekunden führen.

Bereits das zwei-achsige Tourbillon — zwei Achsen, zwei Käfige — erfordert einen bemerkenswerten ingenieurtechnischen Sprung im Vergleich zur klassischen Version. Jede zusätzliche Achse vervielfacht Reibung, Trägheit und die Anzahl der Komponenten. In Henri Grandjeaus drei-achsigem Tourbillon für The Magician vervollständigen die drei Käfige ihre Zyklen jeweils in 10, 18 und 60 Sekunden; die Kraftübertragung erfolgt über zwei überlagerte transparente Scheiben, eine empfängt die Kraft vom feststehenden Zahnrad, die andere hat die Verzahnung. In der Purnell Escape II, basierend auf Eric Coudrays Spherion-Mechanismus, betragen die Zeiten 8, 16 und 30 Sekunden für die drei Käfige. In Jacob & Co.'s Astronomia Revolution Four-Axis bringt die vierte Achse die Zyklen auf 60, 18, 15 und 60 Sekunden jeweils.

JLC ging mit dem Gyrotourbillon und später dem Heliotourbillon der Duomètre einen anderen Weg: letzteres nutzt drei Titankäfige, die auf Keramikkugellagern rotieren, mit einem Gesamtkäfiggewicht von 163 Komponenten unter 0,7 Gramm. Die zylindrische Spirale darin ist eine Spezialität der Manufaktur. Der Marco Lang Seven Spheres treibt das Konzept auf die Spitze mit sieben verschachtelten Ringen, jeweils um 30° versetzt: Die Energie muss sieben Zahnradstufen durchlaufen, bevor sie das Hemmwerk erreicht, und der äußere Ring benötigt eine volle Stunde für eine vollständige Umdrehung.

Von der Werkbank aus muss eines klar gesagt werden: jenseits von drei Achsen wird der echte chronometrische Gewinn schwer zu messen und leicht zu bestreiten. Die Reibung, die jeder zusätzliche Käfig einführt, kann den theoretischen Nutzen der Gravitationskompensation zunichte machen. Das Multi-Achsen-Tourbillon jenseits einer bestimmten Schwelle ist eine Demonstration mechanischer Virtuosität und Herstellungsfähigkeit, nicht unbedingt eine Garantie für überlegene Präzision. Der Käufer muss wissen, was er kauft. Der aussagekräftige Vergleich bleibt der mit einem gut regulierten einachsigen Tourbillon: kompakter, weniger Reibung und in vielen Fällen präziser.

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