Almanacco del Cinturino

Scala no-decompressione

Die No-Dekompression-Skala ist kein ästhetisches Detail: Sie ist ein Tauchsicherheitsinstrument, das auf der Lünette eingraviert oder aufgedruckt ist und die maximale Verweildauer in einer bestimmten Tiefe angibt, bevor der direkte Aufstieg an die Oberfläche gefährlich wird. Wird dieses Limit überschritten, muss der Taucher Dekompressionshalten durchführen, um das im Blut gelöste Stickstoff allmählich freizugeben.

Die historische Referenz ist die US Navy No-Decompression-Tabelle, die seit der Nachkriegszeit als Standard für die zivile und militärische Tauchausbildung übernommen wurde. Doxa integrierte ihre Werte bereits 1967 auf der Lünette der Sub 300 und patentierte eine doppelte Ablesung: Die äußere Skala zeigt die Tiefe in Fuß, die innere Skala die maximale Zeit in Minuten ohne Dekompressionserfordernis. Dieses Doppelring-System ist der Ursprung dessen, was Sammler gemeinhin No-Deco-Lünette oder Shark-Toothed-Lünette nennen, wegen der charakteristischen Sägezähne des unidirektionalen Klicks mit reduziertem Griff. Doxa erweiterte dieselbe Skala auf die Sub 600T und Sub 750T, wobei die Werte in europäischen Versionen manchmal in Metern angegeben wurden.

Es ist wichtig, zwei Verwendungen des Begriffs zu unterscheiden, die in Magazinen verwirrend zirkulieren. Die erste, technisch und korrekt, bezeichnet eine Lünette, die nach No-Dekompression-Tabellen graduiert ist: ein aktives Instrument, das der Taucher während des Tauchgangs abliest. Die zweite, ungenaue, aber verbreitete Verwendung nutzt no-deco als Abkürzung für no decoration und bezieht sich auf Lünetten ohne überflüssige grafische Elemente, mit glatter Lackierung oder einfarbigem Email. Die beiden Bedeutungen sind nicht austauschbar, obwohl sie manchmal auf der gleichen Uhr zusammenfallen.

Marken wie Jenny und Ollech & Wajs ließen sich vom Doxa-System für ihre Tauchuhren in den 1960er und 1970er Jahren inspirieren. Ein isolierter, aber dokumentierter Fall ist die Casio Aqualand CQ-1012-50 von 1985, bei der die No-Deco-Tabellen direkt auf das Gummiarmband gedruckt waren – eine praktische, aber offensichtlich verschleißanfällige Lösung. Die Synchron Ti300M Poseidon bietet eine weitere Variante: unidirektionale Lünette mit 120 Klicks und integrierter No-Deco-Skala, eine ungewöhnliche Klickzahl, die das Ablesen verlangsamt, aber die Positionierungsgenauigkeit erhöht. Nicht alle Tauchuhren haben diese Skala: Die Doxa Army zum Beispiel nutzt die klassische 60-Minuten-Skala, ausgerichtet auf allgemeines Zeitmessen statt Dekompressionskontrolle.

Von meiner Werkbank aus möchte ich hinzufügen, dass viele Käufer die Funktionsweise der Skala mit der eines einfachen Countdowns verwechseln. Das ist nicht der Fall: Die Lünette muss so gedreht werden, dass der Minutenmarkierer mit der Tauchstartzeit übereinstimmt, dann liest man den Wert ab, der der geschätzten Tiefe entspricht. Es ist eine schnelle Berechnung, erfordert aber, dass der Taucher die Referenztabelle bereits kennt. Wer keine Tauchausbildung hat, behandelt diese Lünette als dekorativ. In diesem Fall ist sie das technisch gesehen auch.

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