DLC ist keine Beschichtung: Es ist ein unter Vakuum abgeschiedener amorpher Kohlenstofffilm mit einer Härte, die der des natürlichen Diamanten nahekommt, und eine Schichtdicke im Mikrometerbereich. Der Unterschied zu Standard-PVD ist erheblich, auch wenn die beiden Begriffe in den technischen Datenblättern der Hersteller oft verwechselt werden.
Das häufigste Verfahren ist PECVD (Plasma-Enhanced Chemical Vapour Deposition): In einer Vakuumkammer werden auf Kohlenwasserstoffen basierende Gasvorstufen ionisiert und Kohlenstoff wird als amorpher Film auf dem Metallsubstrat abgelagert. Das Ergebnis ist eine gemischte Struktur aus sp3-Kohlenstoff (typisch für Diamant) und sp2-Kohlenstoff (typisch für Graphit), wobei die Anteile Härte, Farbe und Reibungskoeffizient bestimmen. Je höher der sp3-Gehalt, desto näher kommt der Film den Diamanteigenschaften.
In der Uhrmacherei wird DLC auf Edelstahl, Titan und seltener auf Gold aufgebracht. Die Haftung auf Titan ist hervorragend; auf Stahl ist eine zwischengeschaltete Schicht aus Chrom oder Nickel erforderlich, um die Verankerung zu verbessern. Die Oberflächenhärte erreicht Werte zwischen 1500 und 3500 HV, im Vergleich zu 200-250 HV für unbehandelten Edelstahl. In der Praxis wird das Zerkratzen eines DLC-Gehäuses mit Schlüsseln in der Tasche viel schwieriger — aber nicht unmöglich: Ein Stoß auf eine scharfe Kante kann den Film trotzdem absplittern.
Die Farbe variiert von mattem Schwarz über Anthrazitgrau bis glänzendem Schwarz, je nach Zusammensetzung und Oberflächenfinish des Substrats vor der Behandlung. Eine gebürstete Oberfläche bleibt gebürstet, eine satinierte Oberfläche bleibt satiniert: DLC folgt der Topografie des Teils, ändert sie nicht. Deshalb behält eine DLC-behandelte Ming 37.02 oder Bulgari Octo Finissimo ihre ursprüngliche Lichtgeometrie, nur verdunkelt.
Ein Aspekt, den ich oft unterschätzt sehe: DLC reduziert den Oberflächenreibungskoeffizient, was bei beweglichen Komponenten wie Kronen und Drückern hilft — nicht nur ästhetisch. Wo die Beschichtung ihre Grenzen zeigt, ist an den scharfen Kanten gefräster Gehäuse: Dort ist der Film dünner und die Wahrscheinlichkeit von Delamination im Laufe der Zeit größer. Niemand sagt es, aber man sieht es an der Werkbank.
Zu den verwandten Begriffen in den Katalogen gehören ADLC (Amorphous Diamond-Like Carbon) und ta-C (tetrahedral amorphous Carbon), letzterer mit noch höherem sp3-Gehalt und überlegener Härte. Sie sind keine perfekten Synonyme für generisches DLC, gehören aber zur gleichen technologischen Familie.