Almanacco del Cinturino

Regolazione

In der Uhrmacherei ist die Regulierung nicht eine einzelne Operation: Sie ist eine Familie von technischen Lösungen, die auf verschiedenen Ebenen des Uhrwerks wirken, mit radikal unterschiedlichen Zielen und Werkzeugen. Es lohnt sich, sie klar zu unterscheiden, denn ihre Verwechslung ist selbst unter Enthusiasten einer der häufigsten Fehler.

Auf der tiefsten Ebene liegt die Regulierung des Oszillators. Die Frequenz der Unruh wird durch Einwirkung auf die Trägheit gesteuert: Die exzentrisch auf den Schultern angebrachten Schrauben — die Masselottes — verschieben die Masse und verändern das Trägheitsmoment, ohne die Spirale oder die Gabel zu berühren. Dies ist die Logik der Unruh mit variabler Trägheit, die sowohl in hochwertigen Kaliber als auch in bestimmten Mittelklasse-Uhrwerken zu finden ist, die diese Lösung übernehmen. Die Spirale hat ihrerseits ihre eigene Regulierungsgeometrie: Die Breguet-Kurve außen — die Phillips-Überwendel — und die Grossmann-Kurve innen arbeiten zusammen, um Schwingungen isochronisch zu machen, unabhängig von der Amplitude. Wer schon einmal ein Kaliber 216TMZ auf der Werkbank gesehen hat, weiß, wie schwierig diese Geometrie zu korrigieren ist, wenn jemand sie ohne Verständnis verändert hat.

Eine Ebene darüber liegt die Feinfeinregulierung der Ganggenauigkeit durch den Halsspindel-Regler, den goose-neck regulator: Ein Federbügel, der den Reglerreiter mit kontrollierten elastischen Druck hält und verhindert die zufälligen Verschiebungen, die bei einem geraden Regler häufig sind. Man findet ihn auf dem Zifferblatt einiger zeitgenössischer Uhren nicht aus Eitelkeit, sondern weil es eine Komponente ist, die es wert ist zu zeigen.

Dann gibt es die Zeiteinstellung, die sehr unterschiedliche Systeme umfasst. Das Hacking — Stoppen der Sekunden beim Herausziehen der Krone — ist die Grundlage: Es blockiert die Unruh und ermöglicht die Synchronisation zur genauen Sekunde. Der Stop-Seconds von Fliegeruhren ist seine historisch strengste Version. Das Quick-Change der Stunde ermöglicht es, den Stundenzeiger schrittweise zu bewegen, ohne die Minutenlesung zu verlieren, was notwendig ist, um die Zeitzone zu wechseln. Der GMT Caller fügt einen unabhängig verstellbaren 24-Stunden-Zeiger hinzu, sodass die Heimatreferenz erhalten bleibt. Grand Seikos Spring Drive löst das Regulierungsproblem mit völlig anderer Logik: Eine von einem Quarzwerk gesteuerte elektromagnetische Bremse verlangsamt oder beschleunigt das Tri-Synchro-Rad, um die Ganggenauigkeit kontinuierlich zu korrigieren, mit einem visuellen Ergebnis — der Glätte des Sekundenzeigers — das keinem anderen mechanischen System ähnelt.

Auf der ausgefeiltetsten Ebene befinden sich die Mechanismen, die den Oszillator während der Regulierung selbst schützen: Das Stoppen des Tourbillons mit Nullzurückstellung des Kleinsekundenzeigers im Calibre L102.1 ist das strengste Beispiel, das ich kenne. Das Anhalten eines Tourbillons ohne Beschädigung erfordert eine speziell patentierte Lösung. Konstante Kraft reguliert dagegen nicht die Zeit, sondern die Energie: Sie ist zwischen dem Federhaus und dem Hemmungsorgan angeordnet und garantiert, dass der Impuls auf die Unruh unabhängig von der Federspannung immer gleich ist.

Vuoi scoprire di più?