Leder in der Uhrmacherei ist nicht nur ein Material: es ist eine riesige Familie, und einen Typ mit einem anderen zu verwechseln ist der schnellste Weg, falsch zu wählen. Ich habe jede mögliche Variante über meinen Tresen gehen sehen, und die erste Unterscheidung, die ich immer mache, ist zwischen Vollnarbenleder, oberflächenbehandeltem Leder und Leder von anderen Tieren als Rindern.
Kalbleder — Kalbleder — bleibt die Standard-Referenz. Weich, gleichmäßig, nimmt Farbstoff gut an. Wenn die Oberfläche auf der Außenseite geschliffen und gekratzt wird, entsteht Nubuk: samtiges Aussehen, angenehm zu handhaben, aber empfindlicher gegen Regen und Abrieb. Wildleder wird dagegen von der Innenseite des Leders gewonnen: optisch ähnlich wie Nubuk, strukturell verschieden. Jeder, der sie austauschbar verwendet, macht einen Fehler.
Shell Cordovan ist ein Kapitel für sich. Es ist nicht einfach Pferdeleder im allgemeinen Sinne: es stammt aus der Muskelschicht unter der Hüfte des Pferdes, monatelang gegerbt — Horween in Chicago arbeitet daran monatelang. Es ist dicht, faltet sich nicht so wie Kalbleder, entwickelt mit der Zeit eine fast metallische Patina. Es hält Jahrzehnte, wenn es richtig gepflegt wird.
Unter den geprägten Ledern hat Epsom eine enge und gleichmäßige Körnung, gerade starr genug, um seine Form zu behalten. Saffiano hat eine Gittertextur, kratzfest. Beide sind mechanisch auf Rinderleder geprägte Oberflächen. Krokoprägung und Krokomuster-Präge tun dasselbe auf Kalbsleder: sie ahmen Reptilienschuppen nach, ohne sie zu verwenden.
Echte exotische Leder sind eine andere Geschichte. Alligator hat symmetrische Schuppen und eine glatte Oberfläche; Strauß hat die charakteristischen Knoten der Federnfollikel, die sich kaum überzeugend nachahmen lassen. Ziegenleder ist nervöser und faseriger als Kalbleder, entwickelt schnell Patina. Hirsch — wie das von Oris verwendete Flying Stag — ist gleichzeitig unglaublich weich und robust, mit einem Nachhaltigkeitsprofil, das mit verwalteter Jagd verbunden ist.
Es gibt auch Nischenmaterialien, die immer häufiger über meinen Tresen kommen: Lachsleder, das von Gerbereien wie Ictyos verarbeitet wird, mit Schuppenmuster und natürlicher Irideszenz, oder nachhaltig zertifizierte Leder wie Ecopell. Das sind keine Marketinggags: sie halten, sie altern, und einige entwickeln eine Patina, die Standardkalbleder nicht erreicht.
Die Gerberei zählt genauso wie das Leder selbst. Tanneries Haas in Frankreich produziert Baranil, von Hand verarbeitet mit versiegelten Kanten und Leinenfassung. Horween in den USA hat Shell Cordovan weltweit standardisiert. Der Name der Gerberei auf einem Lederband ist keine Dekoration: es ist eine Garantie für Gerbung, Färbung und Haltbarkeit über die Zeit.