Almanacco del Cinturino

Oro Blu

Blaugold ist weder eine Beschichtung noch ein Anstrich: Es ist eine Metalllegierung, bei der Gold — mit einem Feingehalt von 21 oder 24 Karat je nach Quelle — mit Eisenelementen kombiniert und dann bei kontrollierter Temperatur im Ofen erhitzt wird. Die thermische Reaktion erzeugt eine Oxidationsschicht, die ins Blaue changiert, mit Nuancen von Petroleum- bis Blaugrau bis hin zu Cognac, je nach exakter Temperatur, Brenndauer und Ofenatmosphäre. Keine zwei Teile verlassen den Ofen identisch: Variabilität ist strukturell, kein Mangel.

Der Begriff BlueGold ist fast ausschließlich mit Andersen Genève verbunden, das ihn als charakteristisches Merkmal seiner Produktion entwickelt hat. Svend Andersen verwendet es auf Zifferblättern und Rotoren und kombiniert es häufig mit handgefertigten Guillochéarbeiten — Wellenmuster, Gerste, magisches Rauten-, Schuppenmuster — die je nach Muster unterschiedliche Maschinen erfordern. Die Guillochétechnik auf Blaugold ist besonders anspruchsvoll: Das Material muss vor oder nach der Wärmbehandlung gemäß einer genauen Abfolge graviert werden, da die Hitze nach dem Drehen die Grate des Musters verändern kann.

Aus metallurgischer Sicht ist die Farbe nicht oberflächlich. Im Gegensatz zu PVD oder anderen galvanischen Verfahren dringt die Oxidation in das Material ein und blättert nicht wie ein abgelagerter Film mit der Zeit ab. Dies ist das technische Merkmal, das Andersen Genève nutzt, um sein Blaugold von jeder beschichtungsgestützten Imitation zu unterscheiden. Das gesagt, habe ich keinen Zugang zu unabhängigen spektroskopischen Analysen, die die genaue Dicke der oxidierten Schicht bestätigen, daher beschränke ich mich darauf, das zu berichten, was das Haus erklärt, und was mit der Metallurgie von Eisenoxiden auf Gold konsistent ist.

Das Material erscheint auf Automatikaufzugsrotoren — sichtbar durch den transparenten Boden — und auf peripheren Ringen, die mit Auflagennummern graviert sind, sowie auf ganzen Zifferblättern wie in der Communication 45, wo die Legierung in Cognac-Ton eine in Guillochéarbeit ausgeführte Weltkarte mit flüssiger Goldlackfüllung zeigt. Jede Anwendung nutzt die gleiche Logik: Farbe als direkte Folge eines metallurgischen Prozesses, nicht als nachträglich angebrachter Dekoreffekt.

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