Almanacco del Cinturino

Naiad Lock

Das Naiad Lock löst ein banales, aber lästiges Problem: Ein verschraubter Gehäuseboden kann, einmal mit dem korrekten Drehmoment angezogen, in jeder beliebigen Winkelposition stehen bleiben. Die eingravierte Schrift sitzt schief, die Schrift am Rand ist nicht senkrecht, und kein Uhrmacher hat Lust, von Hand zu lockern und wieder anzuziehen, bis er die richtige Position findet — oft existiert sie bei Standard-Gewinden gar nicht.

Omega hat dieses Verschlusssystem für verschraubte Gehäuseböden patentiert und das Problem an der Wurzel gelöst. Der Mechanismus sieht eine mechanisch definierte Stoppposition vor: Der Gehäuseboden erreicht die korrekte Verschraubung genau dann, wenn die Ausrichtung der Gravur gewünscht ist. Das ist keine nebensächliche ästhetische Frage. Bei Modellen wie der Seamaster Diver 300M, der Planet Ocean 600M oder Speedmastern mit animiertem Saphirglas-Gehäuseboden müssen der Wasserdichtungstext, Logos und plastische Verzierungen vertikal ausgerichtet sein, um visuell mit dem Betrachter zu kontrastieren. Das Naiad Lock garantiert, dass sie es immer sind, unabhängig vom Bedienenden und wie oft das Uhrwerk zur Überholung geöffnet wird.

Aus technischer Sicht opfert das System die Wasserdichtheit nicht, um die Ausrichtung zu erreichen. Bei Versionen, die für 300 oder 600 Meter Tiefe zertifiziert sind, funktioniert die Umfangsdichtung korrekt, gerade weil der Gehäuseboden in der Position maximalen Kontakts stehen bleibt, die mit der Ausrichtungsposition zusammenfällt. Die beiden Anforderungen — Dichtung und Ausrichtung — werden in demselben mechanischen Moment gelöst.

An der Werkbank habe ich Omega-Naiad-Lock-Gehäuseböden dutzende Male öffnen und schließen sehen, ohne jemals die Stoppposition zu verlieren: Die mechanische Referenz hält sich über die Zeit. Panerai hat auf einigen neueren Gehäuseböden — die PAM01291 wird häufig in diesem Zusammenhang genannt — eine konzeptionell ähnliche Lösung übernommen, aber das Naiad-Lock-Patent bleibt Eigentum von Omega. Der Name stammt aus dem Altgriechischen: Die Najaden waren Nymphen des Süßwassers, ein Bezug zur Unterwasserberufung der Seamaster-Linie, auf der das System geboren wurde.

Für diejenigen, die im Service arbeiten, ist der praktische Unterschied unmittelbar spürbar: Mit einem Naiad-Lock-Gehäuseboden gibt es keine Kompromisse zwischen Wasserdichtheit und Position. Mit einem freien Gewinde hingegen wählt man immer eines von beiden.

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