Die nächtliche Lumineszenz in Armbanduhren hörte in den frühen 1950er Jahren auf, ein Problem gefährlicher Chemie zu sein, als Radium zunächst photolumineszenten Materialien und dann der Verbindung zwischen Strontiumaluminat und organischen Bindemitteln wich, die wir heute als Super-LumiNova kennen. Das physikalische Prinzip ist identisch geblieben: Ein Material absorbiert Photonen während der Lichtexposition, speichert sie in seiner Kristallstruktur und gibt sie im Dunkeln allmählich als sichtbare Photolumineszenz ab. Alles andere ändert sich: keine Radioaktivität, kein irreversibler Materialabbau, kein Risiko für diejenigen, die die Uhr herstellen oder tragen.
Super-LumiNova ist eine eingetragene Marke von Nemoto & Co., ist aber im technischen Jargon zum Gattungsnamen für die gesamte Kategorie geworden. Formulierungen werden durch Bezeichnungen unterschieden: C1 ist die Standardvariante mit intensiver grüner Emission, X1 ist eine hochhelle Formulierung mit verlängerter Leuchtkraft, SLN (Super Luminous Noctilucent) ist die Bezeichnung, die Citizen für seine eigene Version verwendet. Chromalight ist das proprietäre System von Rolex mit blauer statt grüner Emission und einer deklarierten Leuchtkraft von bis zu acht Stunden. Globolight ist eine weitere proprietäre Formulierung, immer noch auf Strontiumaluminat-Basis, aber mit einem Bindemittel, das dickere Aufträge auf Zeigern ermöglicht. Der praktische Unterschied zwischen diesen Varianten betrifft drei Parameter: anfängliche Helligkeit, Emissionsdauer und Farbe in der Dunkelheit. Die Farbe im Licht hängt vom zugesetzten Pigment ab: weiß, grün, gelb, hellblau. Die Farbe in der Dunkelheit hängt vom chemischen Aktivator im Kristall ab.
Die Anwendung variiert je nach Geometrie des Teils. Bei traditionellen Zeigern füllt das Material eine gefräste Vertiefung im Zeiger selbst. Bei angebrachten Indizes füllt es den Innenraum. Auf dem Zifferblatt kann es die gesamte Oberfläche abdecken — das sogenannte Lume-Zifferblatt — oder auf gedruckte oder angebrachte Indizes beschränkt werden. Es gibt auch dreidimensionale Anwendungen, bei denen das Material in geformte Massivblöcke gepresst wird, wie in den 3D-Super-LumiNova-Indizes, die auf einigen Modellen mit für absolute Dunkelheit optimiertem Zifferblatt zu finden sind.
Ein Detail, das ich oft übersehen sehe: Die Wirksamkeit der Lumineszenz hängt von Zeit und Qualität der vorherigen Lichtexposition ab, nicht nur von der Menge des aufgetragenen Materials. Eine Exposition von zwanzig Sekunden bei direktem Licht ist oft wirksamer als stundenlange Exposition unter diffusem künstlichem Licht. Wer in nächtlichen oder Unterwasserumgebungen arbeitet, weiß das bereits. Wer eine Armbanduhr kauft und sich fragt, warum die Zeiger nach zwei Stunden bereits erloschen sind, hat das Lume normalerweise nicht richtig aufgeladen, bevor er in die Dunkelheit eintauchte.