Almanacco del Cinturino

Grana circolare

Die zirkuläre Körnung ist eine mechanische Oberflächenbearbeitung, die auf ebenen Flächen von Uhrwerk-Komponenten — Platinen, Brücken, Rotoren — mit einem rotierenden Schleifwerkzeug aufgebracht wird, das sich in überlappenden konzentrischen Kreisen abdrückt. Jeder Kreis hat einen konstanten Durchmesser; die Überlappung der Markierungen erzeugt eine gleichmäßige Textur, die das Licht weich streut, ohne Richtungsreflexe. Es ist keine Politur: Die Oberfläche bleibt matt, aber lebendig.

Im Englischen lautet der Begriff circular graining; im Französischen begegnet man häufig perlage, obwohl das klassische Perlage technisch kleinere und dichtere Kreise erzeugt, fast wie Schuppen überlagert. Der Unterschied ist subtil, aber real. Wer in der Uhrmacherwerkstatt arbeitet, lernt früh, beide mit bloßem Auge zu unterscheiden: Perlage hat ein körnigeres und seidenartigeres Aussehen, zirkuläre Körnung neigt zu breiteren und besser ablesbaren Kreisen.

Die Technik wird mit einem Dorn ausgeführt, der auf einer Bohrmaschine oder einem Pantographen montiert ist, mit Spitzen aus Hartholz, Filz oder Bürste, beladen mit Diamantpaste oder Aluminiumoxid. Der Anwender setzt die Spitze auf die Oberfläche, lässt sie einen Moment drehen, dann verschiebt das Werkstück um einen Bruchteil eines Millimeters und wiederholt dies. Die kontrollierte Überlappung ist alles: Wenn die Kreise sich nicht berühren, wirkt die Oberfläche löchrig; wenn sie sich zu sehr berühren, geht die Regelmäßigkeit verloren. Bei einer Platine mittlerer Größe kann die Arbeit stundenlang dauern.

Traditionell bedeckt zirkuläre Körnung Oberflächen, die der Designer nicht roh lassen möchte, die aber keine Spiegelpolitur rechtfertigen — was zeitlich teurer wäre und jede kleinste Unvollkommenheit hervorheben würde. Auf Hauptplatinen erscheint sie oft neben Anglage an den Kanten und Côtes de Genève auf oberen Brücken: Die drei Finishen wechseln sich ab und schaffen Texturkontraste ohne Materialkontraste.

Heute stellen einige Hersteller zirkuläre Körnung numerisch auf CNC-gesteuerten Maschinen her. Das visuelle Ergebnis ist auf einfachen Teilen kaum von der manuellen Ausführung zu unterscheiden, aber bei komplexen Geometrien oder weichen Metallen wie dem Neusilber von Minerva-Uhrwerken ist die Hand unersetzlich: Der variable Druck des Anwenders kompensiert Materialunregelmäßigkeiten. Wenn die Bearbeitung wirklich von Hand ausgeführt wird, ist die kaum wahrnehmbare Unregelmäßigkeit der Kreise — nur unter der Lupe erkennbar — eigentlich das Zeichen von Qualität.

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