Almanacco del Cinturino

Fuso orario

In der Uhrmacherei bezeichnet der Begriff «Zeitzone» nicht nur eine geografische Region: Er umfasst eine Familie von mechanischen Komplikationen mit grundlegend unterschiedlichen konstruktiven Konzepten, und deren Verwechslung ist sowohl beim Kauf als auch auf der Werkbank kostspielig.

Die wichtigste Unterscheidung ist zwischen GMT Traveller und GMT Office. Im ersten Fall springt der Stundenzeiger in Ein-Stunden-Schritten, ohne die anderen Zeiger anzuhalten: die Uhr folgt physisch der neuen Ortszone. Im zweiten Fall — auch Caller GMT genannt — bleibt der Stundenzeiger auf der Heimatzeit stehen, während ein unabhängiger 24-Stunden-Zeiger manuell auf die zweite abzulesende Zone positioniert wird. Dies sind gegensätzliche Philosophien: Der Traveller nimmt die neue Heimat an, der Caller trägt die alte Heimat mit sich.

Der GMT-Zeiger der Rolex GMT-Master I gehörte zur ersten konzeptionellen Generation: Er war mit dem Stundenrad verbunden, daher verschob das Einstellen der Ortszeit auch den GMT-Zeiger. Moderne Caller-Kaliber — wie das Sellita SW330-2 oder das in der MING 37.11 verwendete Kaliber — haben diese mechanische Verbindung unterbrochen und den 24-Stunden-Zeiger autonom gemacht.

Eine 24-Stunden-Drehflüchtelunette ist eine instrumentelle Alternative: Sie verwandelt eine Standard-Uhr mit drei Zeigern in einen ungefähren GMT, ohne das Werk zu verändern. Eine feste, auf 24 Stunden graduierte Lünette wie die der Tudor Black Bay Pro verzichtet auf die Verstellung zugunsten unmittelbarer Lesbarkeit und Schutz vor versehentlicher Verschiebung. Die sogenannte City Bezel mit Stadtnamen statt Zahlen übersetzt Zeitzonen in geografische Referenzen und nähert sich konzeptionell der Weltzeituhr.

Eine echte Weltzeituhr ist eine komplexere Komplikation: zwei oder drei konzentrische Ringe zeigen gleichzeitig die Zeit in 24 Weltstädten. Bei der Nomos Club Sport Neomatik rückt der Stundenzeiger mit jedem Druck des Knopfes bei 2 Uhr um eine Zone vor; bei der Ming 29.01 erfolgt das Ablesen durch die Schnittlinie zwischen dem lokalen Zeiger und dem Stadtring. Dies sind Mechanismen, die präzise Einstellungen und auf der Werkbank solide Kenntnisse der Schaltsequenzen erfordern.

Auf elektronischer Seite bestimmen GPS-Solar-Kaliber — wie das Seiko 5X83 Kaliber — die Zeitzone direkt von Satelliten aus und aktualisieren sich ohne manuelle Eingriffe. Die Genauigkeit liegt bei etwa ±15 Sekunden pro Monat, auch ohne kontinuierliches Signal. Ich habe keine direkten Erfahrungen mit der Einstellung dieser Kaliber: Ein mechanischer Eingriff ergibt keinen Sinn, und Fehlerbehebung bleibt Aufgabe der Software.

Ein praktischer Hinweis: Die «Flyer»-Scheibe — beispielsweise im Miyota 9075 mit 24 Fächern und farbigem Indikator — verwendet keinen zentralen Zeiger, sondern einen rotierenden Sektor unter dem Zifferblatt. Unmittelbare Lesbarkeit, aber weniger präzise auf die Minute genau. Auf der Werkbank sollte sie wie ein Scheibenkalender behandelt werden, nicht wie ein konventioneller Zeiger.

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