Almanacco del Cinturino

Frequenza di battito

Die Schlagfrequenz ist die Anzahl der vollständigen Schwingungen, die das Unruh pro Stunde ausführt, ausgedrückt in Schlägen pro Stunde (vph) oder in Hertz. Eine vollständige Schwingung entspricht zwei Schlägen: Bei 28.800 vph schlägt das Unruh achtmal pro Sekunde, also 4 Hz. Historisch am weitesten verbreitet sind die Frequenzen 18.000 vph (2,5 Hz), 21.600 vph (3 Hz) und 28.800 vph (4 Hz). 36.000 vph (5 Hz) gilt als high-beat.

Die Schlagfrequenz bestimmt drei konkrete Dinge: die Feinheit der Regulierung, das sichtbare Verhalten des Sekundenzeigers und das Wartungsintervall. Bei 28.800 vph kann ich den Gang in kleineren Schritten korrigieren als bei 18.000 vph; der Sekundenzeiger läuft flüssiger, weil die Schritte enger beieinander liegen; aber jedes Bauteil des Ankers und des Hemmungsrades verschleißt schneller. Bei 18.000 vph — die typische Glashütter Kadenz, die des Moritz Grossmann Perpetual Calendar mit 14,2-mm-Unruh — hat das Werk einen bewusst langsamen, fast feierlichen Charakter, und die Wartungsintervalle rücken in die Ferne.

Der gegenteilige Extremfall ist das 36.000 vph des Seiko 5740C aus den Sechzigern, transformiert von 2,5 Hz auf 5 Hz als reines industrielles Experiment: mehr potenzielle Genauigkeit, aber deutlich beschleunigter Verschleiß. IWC nutzte lange Zeit Werke mit niedriger Frequenz — das sogenannte Slow Beat des ursprünglichen Kalibers 5002 Big Pilot — bevor es zum 51110 wechselte, das eine messbare Verbesserung der Chronometer-Genauigkeit brachte.

Die Schlagfrequenz betrifft auch Mechanismen, die sie unkonventionell nutzen. Vacheron Constantins Twin Beat System, 2019 nach vierjähriger Entwicklung vorgestellt, montiert zwei unabhängige Oszillatoren auf zwei separaten Räderwerken: Im Active Mode schlägt es mit 5 Hz für normale Leistung, im Storage Mode schaltet es auf 1,2 Hz um, reduziert den Verbrauch und bringt die Gangreserve von vier auf fünfundsechzig Tage, während der Ewigenkalender aktuell bleibt. Das ist die Schlagfrequenz als verwaltbare Variable, nicht als fester Parameter.

Der Begriff Dead-Beat-Sekunden entsteht hingegen aus dem Wunsch, den Schlag sichtbar zu machen: Der Zeiger rückt jede Sekunde um einen exakten Schritt vor, statt zu gleiten. De Bethune ließ dies 2011 für die DB25 patentieren; Arnold & Son interpretiert es in der DSTB mit dem Mechanismus auf der Zifferblattseite. Präzise Lesbarkeit, kein Kompromiss beim Gang, aber komplexere Konstruktion. Von meiner Werkbank aus sehe ich, dass viele Dead-Beat-Sekunden mit einem Hemmungsfehler verwechseln: das Gegenteil ist der Fall, es ist eine Designentscheidung.

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