Finish ist die technische Sprache, mit der die Uhrmacherei jeden auf Gehäuse, Zifferblatt oder Werk aufgebrachten Oberflächenschliff beschreibt. Es ist keine beiläufige Dekoration: Sie verändert die Wahrnehmung des Stücks unter Licht, bestimmt die Verschleißfestigkeit und zertifiziert in bestimmten Fällen das Konstruktionsniveau des Werkstücks.
Auf dem Zifferblatt ist die Vielfalt so groß, dass jeder Begriff präzise gelesen werden muss. Der sunray brushed — oder sunburst — wird durch radiales Bürsten erzeugt, das vom Zentrum ausstrahlt: Das Zifferblatt verändert seine Farbe in jedem Winkel. Das fumé ist eine abgestufte Variante, oft auf einer Silberplatte, die Tiefe schafft, ohne Schichten hinzuzufügen. Opaline ist undurchsichtig und seidenartig, ganz anders als poliert und satiniert: Verwechseln Sie sie, berühren Sie sie unter Streifenlicht. Dégradé ist ein Farbübergang — von Mitte zu Kanten oder umgekehrt — chemisch oder von Hand ausgeführt. Grained reduziert Reflexionen und verbessert die Lesbarkeit unter schwierigen Bedingungen. Lacquered ist eine Schicht aus transparentem Lack auf solidem Farbgrund: Traditioneller japanischer Lack zum Beispiel hat eine Farbtiefe, die kein industrieller Prozess repliziert. Lamé ist vertikales Bürsten, das eine samtige Textur erzeugt. Hand-hammered — von Hand gehämmert — hinterlässt unregelmäßige Dellen, die Licht auf eine Weise einfangen, die von einem Exemplar zum anderen nie identisch ist.
Am Werk haben Finishs eine historische Funktion über die Ästhetik hinaus. Côtes de Genève — parallele diagonale Streifen auf Brücken und Platine — stammen von einer Technik zur Entfernung von Bearbeitungsgrat, bevor moderne optische Kontrollen existierten. Heute ist es ein Positionierungssignal. Die snailed Dekoration mit konzentrischen Spiralen erscheint auf Chronographenzählern und Flanschen: Sie ist nicht willkürlich, sie soll kleinen Flächen Tiefe geben, die sonst flach wirken würden. Guillochage — einschließlich Parmigianis Grain d'Orge — ist geometrische Gravur via Pantograph oder von Hand drehbar: Jeder Fehler bleibt für immer sichtbar.
Bei Behandlungen sind PVD und CVD Depositionsprozesse in einer Vakuumkammer — physikalisch der erste, chemisch der zweite — die ultrafeinen Schichten aus hartem Material auf Stahl aufbringen. Sie widerstehen Verschleiß, sind aber nicht ewig: An Kontaktstellen, besonders an Hörnern und Kronen, beginnen sie eher als der Rest zu versagen. Vapor-blasting ist feines Strahlen mit Wasser, das eine einheitliche matte Oberfläche erzeugt, angenehm zu berühren und weniger von Fingerabdrücken gezeichnet als polierte Oberflächen.
Das Poinçon de Genève ist die einzige Zertifizierung, die Finish als bindendes Kriterium einbezieht: von Hand polierte Oberflächen, Fasen, scharfe Kanten. Es reicht nicht aus, es zu erklären — es wird Stück für Stück überprüft.