In der Werkstatt bezeichnet das Wort Coating mindestens vier verschiedene Technologien, und sie zu verwechseln ist einer der häufigsten Fehler, den ich sogar von Menschen höre, die seit Jahren Uhren verkaufen. Das Einzige, das sie gemeinsam haben, ist, dass sie die Oberfläche eines Bauteils verändern, ohne seine Geometrie zu ändern: Alles andere — Verfahren, Härte, Dicke, Farbe — ändert sich radikal von Fall zu Fall.
PVD (Physical Vapor Deposition) ist die Behandlung, der ich am häufigsten begegne. Das Beschichtungsmaterial — Titannnitrid, Chromnitrid, Titankarbit je nach gewünschter Farbe — wird im Vakuum verdampft und lagert sich auf dem Stahl in einer nur wenige Mikrometer dicken Schicht ab. Das Ergebnis kann matter Schwarz, Industriegrau, Roségold, Gelbgold sein: Das hängt vom verwendeten Verbindung ab. Die Härte erreicht normalerweise 1.000–1.200 HV auf der Vickers-Skala, im Vergleich zu 150–200 HV für rohen 316L-Stahl. Es ist keine galvanische Plattierung im eigentlichen Sinne: Die Schicht ist dünn, aber viel härter, und zerfällt nicht wie galvanische Vergoldung. Sie verschleißt jedoch an Reibungsstellen, was jeder, der eine PVD-Uhr kauft, vom ersten Tag an wissen sollte.
DLC (Diamond-Like Carbon) treibt die Härte noch höher, bis zu 3.000 HV in bestimmten Verfahren. Strukturell ist es amorphes Kohlenstoff mit diamantähnlichen Eigenschaften: schwarz, fast reibungsfrei, praktisch unempfindlich gegen gewöhnliche Kratzer. Es wird hauptsächlich auf Sportgehäusen verwendet, wo PVD nicht ausreicht. CVD (Chemical Vapor Deposition) arbeitet mit chemischen Reaktionen in der Gasphase statt mit physikalischer Abscheidung: Es ermöglicht farbige Oberflächen — Blau auf Zeigern und Indizes ist das häufigste Beispiel — mit einer Farbtiefe, die PVD nur schwer erreicht.
Die AR-Antireflexbeschichtung (Anti-Reflection) auf Saphirkristall ist eine separate Kategorie. Es handelt sich um extrem dünne Schichten von Metalloxiden, die so übereinander angeordnet sind, dass sich Reflexionen durch optische Interferenz aufheben. Das Auftragen nur auf die innere Seite des Kristalls schützt die Beschichtung vor Verschleiß, reduziert aber Reflexionen weniger wirksam als eine doppelseitige Anwendung; das Auftragen auf beide Seiten maximiert die Lesbarkeit, setzt aber die äußere Schicht Kratzern durch Reinigung aus. Zehn AR-Schichten, wie ich bei bestimmten Saphirkristallen gelesen habe, ist keine Marketing-Zahl: Jede Schicht deckt ein anderes Spektrum der Lichtfrequenz ab.
Lumineszenz — Super-LumiNova und Derivate — ist technisch auch eine Beschichtung, wird aber selten so genannt: eine Schicht aus photolumineszentem Material, die auf Zeiger und Indizes aufgetragen wird. Bezeichnungen wie X1 BL C1 geben die Formulierung und den Ton der Dunkelbeschaffenheit an, nicht die generische Qualität des Produkts.