In der Uhrmacherei bezeichnet Biemetall ein Gehäuse, Armband oder Bauteil aus zwei verschiedenen Metallen, die einen sichtbaren Farbkontrast erzeugen. Die häufigste Kombination ist Edelstahl und 18-karätiges Gelbgold; gefolgt von Stahl mit Roségold und seltener Weißgold mit Gelbgold. Rolex hat diesen Ansatz unter dem Handelsnamen Rolesor kodifiziert: Yellow Rolesor vereint Oystersteel und 18k Gelbgold, Everose Rolesor ersetzt das Gelbgold durch die proprietäre Everose-Legierung. Patek Philippe verwendet stattdessen alphanumerische Referenzcodes zur Unterscheidung von Legierungen, wie das R/G-Paar in Ref. 5520RG, bei dem das Gehäuse aus Roségold und die Details aus Weißgold sind.
Die konstruktive Logik des Bimetalls ist nicht rein ästhetisch. Bei integrierten Armbändern sprechen die mittleren Glieder aus Gold und die äußeren Glieder aus Stahl auch für Gewicht und Kosten an: Gold mildert die visuelle Struktur, ohne sie übermäßig zu beschweren. Die Verbindung zwischen den zwei Metallen erfordert Aufmerksamkeit auf galvanische Kompatibilität; eine schlecht ausgeführte Montage kann Kontaktkorrosion beschleunigen, besonders bei Salzschweißgegenwart.
Das Konzept erstreckt sich auf weniger konventionelle Metalle. Tantal mit seiner Dichte vergleichbar mit Platin und seinem charakteristischen Blaugrau wird gelegentlich mit Stahl oder Titan kombiniert; seine Bearbeitung ist problematisch, da die Härte Finishing-Maschinen beschädigen kann. Niob, chemisch mit Tantal verwandt, bietet ein helleres Grau und etwas bessere Bearbeitbarkeit. Stahl mit Beschichtung aus Platinmetallen — Rhodium, Palladium — fällt in eine Hybridkategorie: technisch ein einzelnes Metall mit Veredelung, nicht echtes Biemetall, aber die Oberflächenwirkung kann eine künstliche Alterungspatina wie im Edox SkyDiver aged steel simulieren.
Eine extreme Variante des Bimetalls ist Mokume-gane, eine japanische Technik des 17. Jahrhunderts, die alternierende Schichten von Nichteisenmetallen — Silber, Gold, Kupfer — durch Festkörperdiffusion vereinigt, bis ein homogener geschichteter Block entsteht. Durch Ätzen und Verformen des Blocks entstehen holzähnliche Maserungen. In der zeitgenössischen Uhrmacherei wird es hauptsächlich auf Zifferblättern und seltener auf Gehäusen angewendet. Kees Engelbarts gehörte zu den Ersten, der es auf Zifferblättern einführte; Ondřej Berkus verwendet es auf Silber- und Kupfergehäusen.
Aus Umweltperspektive beinhaltet die Gewinnung und Raffination von Edelmetallen hochtemperaturprozesse und giftige Stoffe. Die Lieferkette ist oft in Ländern mit weniger strengeren Kontrollen konzentriert. Einige Maisons, darunter Piaget, das seit fast achtzig Jahren eine interne Gießerei betreibt, haben sich für eine Internalisierung der Verarbeitung auch aus Gründen der Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen entschieden.