Almanacco del Cinturino

Beobachtungsuhr

Die Beobachtungsuhr — B-Uhr im allgemeinen Sprachgebrauch — war keine Fliegeruhr im sportlichen Sinne des Wortes: sie war ein Navigationsinstrument am Handgelenk, das das Reichsluftfahrtministerium ab 1940 bei fünf deutschen und österreichischen Uhrmachern in Auftrag gab. Stova, Laco, A. Lange & Söhne, IWC und Wempe erfüllten die gleichen technischen Spezifikationen, was erklärt, warum sich die Originalexemplare trotz ihrer Herkunft aus verschiedenen Manufakturen so ähneln.

Die Abmessungen waren durch die Aufgabe vorgegeben: Gehäusedurchmesser von 55 mm, Dicke um 16,5 mm, Gewicht über 180 Gramm. Im Inneren arbeitete ein Handaufzugswerk, das von Taschenuhrenkalibern abstammte und wegen der chronometrischen Präzision mehr als wegen der Kompaktheit gewählt wurde. Die übergroße Zwiebelbremse ermöglichte die Regulierung auch mit Flughandschuhen in der Höhe.

Das Zifferblatt folgte einer Logik der absoluten Lesbarkeit: matter schwarzer Grund, große weiße arabische Ziffern, breite Zeiger mit lumineszierender Behandlung. Das erkennbarste Detail ist das Dreieck bei 12 Uhr, flankiert von zwei kreisförmigen Punkten: ein schnelles Orientierungssystem, das es ermöglichte, die Zwölf auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder teilweise verdeckter Sicht zu lesen.

1942 erschienen zwei offizielle Varianten. Das Baumuster A behielt das ursprüngliche Layout mit arabischen Indizes über die gesamte Fläche bei. Das Baumuster B invertierte die visuelle Hierarchie: eine breite Minutenskala am äußeren Rand des Zifferblatts und einen kleineren Kreis für die Stunden innen, mit einem Pfeil anstelle des Dreiecks bei 12 Uhr. Das Baumuster B ist unter den erhaltenen Originalexemplaren seltener und wird von Sammlern am insistentesten gesucht.

Von meiner Werkbank aus habe ich sehr wenige authentische Exemplare in gutem Zustand vorbeigehen sehen: die Gehäuse waren groß, aber die Verarbeitung war militärisch, nicht raffiniert, und die Zifferblätter haben die Tendenz, sich zu lösen. Moderne Wiederbelebungen — IWC Big Pilot, Stowa Flieger, Laco Pilot — greifen das visuelle Vokabular mit unterschiedlicher Genauigkeit auf, aber keine repliziert die Originalabmessungen ohne einen gewissen kommerziellen Kompromiss. Das Dreieck bei 12 Uhr ist zum Erkennungszeichen der gesamten Fliegeruhren-Gattung geworden, auch wenn die historische Verbindung nur dekorativ ist.

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