Das Federhaus ist der Energiespeicher einer mechanischen Uhr: ein Metallzylinder, der die aufgewickelte Triebfeder enthält, diese während des Aufzugs unter Spannung hält und sie kontrolliert an den Räderwerk abgibt. Ohne das Federhaus gibt es keine mechanische Uhr. Es ist der Ausgangspunkt von allem.
Ein einzelnes Federhaus ist die historische Lösung und bleibt heute die häufigste. Wenn Hersteller die Gangautonomie erhöhen möchten, ohne den Durchmesser des Kalibers zu vergrößern, ist die fast zwingende Antwort, ein zweites Federhaus hinzuzufügen — manchmal auch ein drittes. Aber die Art und Weise, wie diese Zylinder miteinander verbunden sind, ändert grundlegend den Charakter des Kalibers.
Parallel arbeiten die beiden Federhauser gleichzeitig mit längeren und dünneren Triebfedern. Die unmittelbare Folge ist ein linear verlaufendes Drehmoment über die Zeit: Die abgegebene Energie fällt während der Entspannung weniger abrupt ab, und die Uhr behält einen gleichmäßigeren Gang. Dies ist die Konfiguration, die unter anderem Chopard im Kaliber L.U.C 96.40-L und Oris im Calibre 400 gewählt haben, beide mit Gangautonomien von 65 bzw. 120 Stunden.
In Serie entladen sich die Federhauser nacheinander statt gleichzeitig. Das Ergebnis ist eine sehr lange Gangautonomie — Blancpains Kaliber 1315 mit drei Federhauser in Serie erreicht 120 Stunden — erfordert aber eine sorgfältigere Spannungsverwaltung, um Unregelmäßigkeiten im Drehmoment während der Übergangsphasen zwischen den Federhauser zu vermeiden.
Es gibt auch die vertikal gestapelte Konfiguration, bei der zwei Federhauser die gleiche Achse auf überlagerten Ebenen teilen. Dies ist die bevorzugte Lösung in ultraflachen Kalibern, da sie keine Fläche auf dem Platinenbrett verbraucht: Das Kaliber 2550 beispielsweise erreicht 80 Stunden Autonomie, während die Gesamtdicke nur um wenige Zehntel Millimeter anwächst.
Einige Hersteller wie De Bethune haben selbstregulierendes Federhaussysteme entwickelt, bei denen sich die Spannung während der Entspannung automatisch zwischen den beiden Zylindern ausgleicht. Der praktische Vorteil ist eine stabilere Gangautonomie an den Enden der Kurve — in jenen Phasen am Anfang und Ende — wo das Drehmoment tendenziell weniger vorhersehbar ist.
Aus meiner Erfahrung an der Werkbank habe ich eines gelernt: Wenn ein Verkäufer mehrere Federhauser als Verkaufsargument erwähnt, frage ich immer, in welcher Konfiguration sie montiert sind. Parallel, Serie und gestapelt sind nicht dasselbe, und die Antwort sagt viel darüber aus, was der Kaliber-Designer wirklich im Sinn hatte.