Almanacco del Cinturino

Tenuta stagna

Wasserdichtheit ist kein binäres Merkmal: Es ist ein System. Eine Uhr ist nicht einfach "wasserdicht" oder "nicht wasserdicht" — sie hat einen Satz physischer Barrieren, die zusammenarbeiten, von denen jede unabhängig von den anderen ausfallen kann. Vom Werkstatt-Tisch habe ich trockene Werke in Uhrengehäusen mit defektem Bodendichtring gesehen, und umgekehrt. Wer das nicht versteht, kauft gebrauchte Uhren und trägt sie ohne Vortest ins Wasser.

Die drei Infiltrationswege sind immer dieselben: die Krone, der Boden und das Glas. Die Krone ist historisch der kritischste Punkt, da sie sich bewegt, verschleißt und häufig betätigt wird. Die verbreitetste Lösung ist die Schraubkrone, die eine oder mehrere Elastomer-Dichtungen komprimiert, indem sie sich gegen das Gehäusetubus verschraubt. Rolex machte das Triplock-System berühmt, mit drei konzentrischen Dichtungen; andere Hersteller wie Sinn mit der D3 haben traditionelle Schraubdrücker eliminiert und durch integrierte Lösungen ersetzt. Das praktische Ergebnis ist dasselbe: kein Platz für Wasser. Die Fifty Fathoms MIL-SPEC aus den 1950ern ging über die physische Dichtung hinaus und hatte einen Dichtheitsindikatorbund auf dem Zifferblatt — eine farbige Scheibe, die dem Taucher vor dem Tauchen signalisierte, ob die Integrität noch gewährleistet war.

Der Schraubboden ist die zweite Barriere. Hier funktioniert der O-Ring durch zirkuläre Kompression: Je fester der Boden angezogen wird, desto mehr wird die Dichtung komprimiert, desto effektiver ist die Dichtung. Wenn Gummi altert, verhärtet oder permanent zusammengequetscht wird, versagt die Dichtung, auch ohne dass etwas gebrochen aussieht. Deshalb sollte jede Überholung einer Taucheruhr eine systematische Dichtungsersetzung beinhalten, nicht nur eine visuelle Kontrolle.

Das Glas ist die dritte Variable. In den aufwändigsten Fällen — wie die Griffes der Omega Constellation von 1982 — wird die Glashaftung mechanisch durch vier verschraubte Elemente gesichert, die Saphir und Dichtung gegen das Gehäuse drücken. Bulova patentierte in den 1950ern ein "Capsule-type"-System, bei dem Glas, Zifferblatt und Werk eine versiegelte Einheit bildeten, die in eine externe Fassung eingefügt wurde. Citizen führte 1959 die Parawater-Technologie mit O-Ringen an allen Zugriffspunkten ein. Unterschiedliche Lösungen, gleiches Prinzip: Das Werk von der Umgebung isolieren.

Die in ATM oder Metern angegebene Wasserdichtheit wird immer unter statischen Bedingungen und bei konstanter Temperatur gemessen. Bewegtes Wasser, schnelle Temperaturschwankungen und Dichtungsverschleiß im Laufe der Zeit senken diese Grenze. Der Drucktest — durchgeführt im Labor mit kalibrierter Ausrüstung — ist die einzige Möglichkeit, den tatsächlichen Zustand einer gebrauchten Uhr vor dem Eintauchen zu überprüfen.

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