Almanacco del Cinturino

Quadrante a gradini

Das Stufenzifferblatt ist keine Verzierung: Es ist eine konstruktive Wahl, die die Geometrie des Zifferblatts verändert. Die Oberfläche ist nicht flach, sondern in zwei oder mehr konzentrische Ebenen unterteilt, wobei die zentrale Ebene gegenüber der Randzone erhöht ist. Dieser Höhenunterschied — in den meisten Fällen nur wenige Zehntel Millimeter — erzeugt einen eigenen Schatten, der sich mit dem Lichteinfallswinkel ändert und dem Zifferblatt eine Dreidimensionalität verleiht, die mit einer flachen Oberfläche schwer zu erreichen ist.

Bei der Omega Speedmaster ist das Stufenzifferblatt die ursprüngliche Ausführung: Fast alle von 1961 bis 1974 gefertigten Moonwatches hatten ein solches. Mit der Referenz 145.022-71 verschwand es und wurde durch flachere, einfacher herzustellende Zifferblätter ersetzt. Omega führte es 2018 mit der Speedy Tuesday Ultraman — aus Aluminium statt aus traditionellen Materialien — und später bei der Standard-Moonwatch Master Chronometer wieder ein. Das Kaliber 321 Platinum greift die galvanisierte Version mit konzentrischem Körnung auf, treu den Modellen der ersten Generation. Bei der Dark Side of the Moon wird die Stufe auch zum Neigen der Indizes genutzt: Sie sind nicht senkrecht zur Ebene, sondern folgen dem Profil der Böschung — ein Detail, das man nur von der Seite sieht.

Bei den vintage vier-ziffrigen Datejust-Modellen — Referenzen 1600 und 1603 — ist die Stufe feiner, aber gleichermaßen erkennbar: Sie schafft einen visuellen Rahmen um die Minutenzone, den Sammler als einen der unmittelbarsten Epochenindikator betrachten. Nicht zu verwechseln mit dem abgeschrägten Zifferblatt: Die Stufe ist ein sauberer Sprung zwischen zwei parallelen Ebenen, die Abschrägung ist eine geneigte Fase am Rand.

Das Wort Step erscheint auch in anderen technischen Kontexten. Der Schrittmotor ist die Komponente des Quarzwerks, die elektrische Impulse in mechanische Rotation der Zeiger umwandelt: ein Permanentmagnet, der für jedes vom Oszillator empfangene Signal einen Schritt vorangeht. Er ist empfindlich gegenüber Magnetfeldern, und der Rotor mit Reinschiffen zu schützen — wie Grand Seiko im Kaliber 9F61 — ist eine präzise Ingenieurfertigkeit, kein Marketing-Detail. Der progressive Step, den Audemars Piguet beim ewigen Kalender der Royal Oak 26674 patentiert hat, ist dagegen ein Mechanismus des Datumsrades mit 31 unterschiedlich breiten Zähnen, die auf der Grafik jeder Ziffer kalibriert sind, um sicherzustellen, dass jede Zahl in der Fenster zentriert ist. Konzeptionell anders als das Zifferblatt, aber gleiches Prinzip: Ein gesteuerter schrittweiser Vorschub statt kontinuierliche Bewegung.

Vom Werkbench habe ich Stufenzifferblätter in Lack, galvanisiert, weiß emailliert, schwarz mit konzentrischem Körnung gesehen. Was alle Versionen verbindet, ist, dass die Stufe keine Gnade kennt: Wenn die Scheibe nicht perfekt konzentrisch zur Mitte des Zifferblatts ist, sieht man es sofort.

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