Almanacco del Cinturino

Maglia terminale

Die Endglieder — italienisch maglia terminale — sind die Teile, die das Armband an den Gehäuseohren befestigen: nicht ein untergeordnetes Detail, sondern der Punkt, an dem man sofort sieht, ob ein Armband durchdacht konstruiert oder nur zusammengesetzt wurde. Nach fünfzig Jahren am Werkbankisch sage ich ohne Zögern: Ein Armband, das an den Ohren wackelt, ist ein fehlerhaft konstruiertes Armband, unabhängig davon, wie teuer das Werk im Gehäuse ist.

Es gibt zwei grundlegende Konstruktionen. Das massive Endglied wird aus einem soliden Metallblock gefräst; es hält Verschleiß stand, behält die Maße bei und verformt sich nicht. Das gefaltete Endglied (englisch folded) wird durch Biegen eines dünnen Blechs hergestellt: leichter, kostengünstiger und man sieht es. Die Rolex Submariner 14060M, produziert bis 2012, verwendete gestempelte und hohle Endglieder, die das Armband merklich leichter machten als nachfolgende Modelle — ein Unterschied, den man in der Hand spürt, bevor man überhaupt hinschaut.

Geometrisch gesehen ist die wichtigste Unterscheidung zwischen dem männlichen Endglied und dem weiblichen Endglied. Die männliche Variante hat vorstehende Stifte, die in das Ohr eindringen; die weibliche Variante hat Vertiefungen, die die Stifte des Ohrs aufnehmen. Die weibliche Variante ermöglicht eine größere Artikulation an der Verbindungsstelle und wird von technisch verssierten Sammlern als Qualitätsmerkmal angesehen. Bei der Seiko SLA023 sind die männlichen Endglieder so dick, dass sie den Abstand zwischen den Ohren messbar vergrößern, was konkrete Auswirkungen auf den Tragekomfort hat.

Endglieder können modellspezifisch — für ein einzelnes Modell ausgelegt mit engen Toleranzen, die keinen sichtbaren Spiel zulassen — oder universell sein, eine Lösung, die unvermeidlich zu kleinen Fehlausrichtungen führt. Die Datejust Oysterquartz treibt das Integrations-Konzept auf die Spitze: Die Endglieder sind Teil des Gehäuses selbst, und ein nicht integriertes Armband zu montieren wird ohne Modifikationen fast unmöglich. Die VPC Type 37HW hat das Problem umgekehrt gelöst: Die Lünette wurde so erweitert, dass sie die Endglieder als mehrteilige Elemente einbezieht, wodurch ästhetische Integration erreicht wird, ohne die Modularität zu opfern.

Einige moderne Systeme integrieren den Schnellentriegelungsmechanismus in das Endglied: Paneris Click Release System, die Doppelbajonett-Systeme anderer Hersteller oder Timex' pull-and-twist ermöglichen einen werkzeuglosen Armbandwechsel durch Arbeit an diesem Komponente. Omega hat die alten seitlichen Laschen — Vorstände, die als Haken am Ohr wirkten, aber das Gehäuse zerkratzten — zugunsten einer unteren Lasche aufgegeben, die in eine Aussparung des Gehäuses greift: eine sauberere und weniger invasive Lösung. Das sind echte Verbesserungen, nicht Marketing.

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