Indizes sind die Stundenmarkierungen, die auf dem Zifferblatt angebracht oder gedruckt sind, um die Positionen der Stunden anzuzeigen. Der wirklich wichtige Unterschied liegt zwischen gedruckten und angebrachten Indizes: Erstere sind Pigmente, die auf die Zifferblattoberfläche aufgetragen sind, letztere sind separate Metallelemente, die durch Schweißen oder technischen Klebstoff befestigt sind. Von meiner Werkbank aus sehe ich jeden Tag, wie sehr dieser Unterschied mit der Zeit zählt: Ein angebrachter Index behält seine definierten Kanten jahrzehntelang, ein gedruckter verschleißt mit dem Zifferblatt.
Die Formen sind zahlreich und jede hat ihre eigene präzise Designgeschichte. Einfache rechteckige Stäbe sind der Nullpunkt des instrumentalen Designs. Obus-, Trapez- oder Badewannen-Indizes — letztere mit langen, abgeschrägten und konkaven Seiten — gehören zum Art-Déco-Vokabular und zur Taucheruhr-Ära der sechziger bis siebziger Jahre. Facettierte Versionen mit mehrflächig geschnittenen Oberflächen fangen Licht aus verschiedenen Winkeln ein und erzeugen Tiefe ohne starke Farben: Sie finden sie auf der Tissot Classic Dream genauso wie auf der Seiko Presage Style60s, mit entgegengesetzten ästhetischen Logiken, aber demselben optischen Prinzip. Breguet-Ziffern — römische Ziffern klassischen Schnitts, zugeschrieben Abraham-Louis Breguet — definieren eine Taschenuhr-Ästhetik, die auf Armbanduhr-Zifferblättern seit mehr als zwei Jahrhunderten Bestand hat.
Lumineszenz ist ein integraler Bestandteil der Indexgeschichte, kein Zubehör. Vor etwa 1960 wurde Radiumfarbe verwendet: radioaktiv, wirksam und heute ein ernstes Problem bei allen Vintage-Uhren, die geöffnet werden sollen. Dann kam Tritium, dann moderne photolumineszierende Verbindungen. Heute ist der Standard Super-LumiNova in verschiedenen Varianten — BGW9, C1, C3 — mit Emissionen von Weiß über Grün bis Blau. Rolex nennt seinen eigenen Stoff Chromalight, Seiko verwendet LumiBrite, Farer hat Lumicast entwickelt, ein Keramik-Super-LumiNova-Komposit, das angebrachte Indizes erzeugt, die robuster sind als traditionelles flüssiges Lume. Die Aufladungsfarbe und die Emissionsfarbe in der Dunkelheit können unterschiedlich sein: Etwas, das man vor der Wahl überprüfen sollte.
Ein technischer Fall, der mich immer interessiert hat: Bei der Alterum Worldtimer sind die Indizes auf der Unterseite des Saphirkristalls gedruckt, nicht auf dem Zifferblatt. Die resultierende visuelle Tiefe ist real, keine oberflächliche Verarbeitung. Es ist eine seltene Lösung, aber konsequent mit einer minimalistischen Logik, bei der jede Schicht funktioniert.
Bei Vintage-Uhren, die meine Werkstatt passieren, ist der Zustand der Indizes oft der erste Hinweis auf ein überarbeitetes Zifferblatt: Farbe, Höhe zur Oberfläche, Art des sichtbaren Klebstoffs an den Rändern. Ein originaler Index hat eine Geschichte, die man unter Vergrößerung ablesen kann.