Almanacco del Cinturino

Finitura opaca

Eine matte Oberflächenfinish reflektiert das Licht nicht: sie absorbiert es. Das ist der Unterschied, der zählt, nicht die Ästhetik an sich. Eine polierte Oberfläche gibt die umgebende Umgebung zurück; eine matte Oberfläche hebt sie auf, und das Stück wird durch seine Form lesbar, nicht durch seine Reflexionen.

Die Methoden, um sie zu erreichen, sind unterschiedlich, und sie sind nicht gleichwertig. Das klassische Sandstrahlen — Sandblasting — spritzt trockenen Sand unter Druck: das Ergebnis ist kompakt, mit einer Körnung, die auch beim Anfassen spürbar ist. Mikrostrahlen verwendet feinere Partikel und erzeugt eine gleichmäßigere und seidenartige Oberfläche. Glaskugel-Strahlen ersetzt Sand durch Glaskugeln: der Effekt ist weniger aggressiv, fast samtig. Dampf-Strahlen fügt dem Prozess Wasser hinzu und erzeugt eine noch weichere Oberfläche mit einer leicht diffusen Reflexion, die einige Handwerker «Satin Matt» nennen. Mikro-Mattieren ist dagegen ein chemischer oder mechanischer Schleifstoff, der mit äußerster Vorsicht angewendet wird: man findet ihn oft auf Zifferblättern aus Edelmetall, wo direktes Sandstrahlen zu invasiv wäre.

Bei einer gut konstruierten Uhr ist die matte Oberflächenfinish nie einheitlich auf dem gesamten Stück. Sie existiert durch Kontrast. Ein sandgestrahltes Titangehäuse gewinnt nur dann visuelle Definition, wenn die Fasen — die abgeschrägten Kanten — spiegelpoliert sind. Die matte schwarze Keramik der J12 Superleggera oder die olivfarbene des Captain Cook funktioniert, weil die Lünettenrandkante oder ein Detail die absorbierende Eintönigkeit bricht. Ohne diesen Kontrast wird die matte Oberflächenfinish im schlimmsten Sinne flach.

Bei Vintage-Uhren hat Matt eine genaue Geschichte. Die Submariner 5513 wechselt 1967 zur Mattfinish und verlässt die vergoldeten Zifferblätter: von der Werkbank erkennt man sie sofort, die Körnung ist feiner als bei den glänzenden, die 1984 folgen würden. Die Parkerized-Zifferblätter von Benrus-Militäruhren der siebziger Jahre verwenden einen chemischen Passivierungsprozess, der ein undurchsichtiges blaugraues antireflexives Finish erzeugt, das für den Feldeinsatz konzipiert ist. Heute werden sie mit Sandstrahlen auf 316L nachgebildet: der Effekt ist ähnlich, der Ursprung ist es nicht.

Matt-PVD ist ein eigenes Kapitel: die physische Dampfabscheidungsbeschichtung ist bereits in ihrer Formulierung undurchsichtig, ohne dass eine nachfolgende mechanische Behandlung erforderlich ist. Sie hält mit der Zeit gut, aber wenn sie zerkratzt, bricht der Kratzer die Kontinuität der Beschichtung deutlicher auf als bei blankem Metall.

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