Almanacco del Cinturino

Durezza Vickers

Die Vickers-Skala misst nicht, wie hart ein Material im absoluten Sinne ist: Sie misst den Widerstand einer Oberfläche gegen das Eindringen eines Diamant-Pyramiden-Eindringlings unter kontrollierter Last. Das Ergebnis, ausgedrückt in HV (Vickers-Härte), ist der Referenzparameter in der modernen Uhrmacherei, wenn es um Kratzerbeständigkeit von Gehäusen, Lünetten und Armbändern geht.

Die grundlegenden Werte, die man kennen sollte: Rohe 316L-Stahllegierung liegt bei etwa 200–220 HV. Das erklärt bereits, warum eine polierte Submariner oder Datejust aus Stahl relativ leicht zerkratzt. Titan Grad 2 ist noch anfälliger, mit etwa 145 HV — weich wie Butter, wenn unbehandelt. Grad 5, häufiger in Sportgehäusen verwendet, erreicht etwa 320 HV: besser, aber nicht ausreichend für jemanden, der im Feld arbeitet.

Oberflächenbehandlungen existieren genau, um diese Lücke zu schließen. DLC (Diamond-Like Carbon) bringt die Oberfläche auf Werte zwischen 1.200 und 4.500 HV je nach Verfahren: Die 4.500 HV, die bestimmte Hersteller für ihre Beschichtungen angeben, repräsentieren etwa zwanzigmal die Härte von blankem Stahl. Multi-Stufen-Diffusionskohlenstoff — wie bei Manharts HD12-Stahl — erreicht 1.200 HV, während die innere Struktur duktil bleibt und die für sehr harte Materialien typische Sprödigkeit vermieden wird. Zirkonoxid-Keramik (ZrO2) hat einen Wert von etwa 1.300 HV in der gesamten Masse, nicht nur an der Oberfläche: Dies ist der Unterschied zwischen einer Beschichtung und einem integralen Keramikmaterial.

Ein Fakt, den ich oft missverstanden sehe: Hohe Vickers-Härte bedeutet nicht Unzerstörbarkeit. Ein DLC mit 4.500 HV widersteht Kratzern durch täglichen Kontakt, ist aber bei Schnittauswirkungen spröder als unbehandelter, zäher Stahl. Sehr harte Beschichtungen neigen zum Absplittern, nicht zum Kratzen. Keramik ist ähnlich äußerst hart, aber bricht, wenn sie schräg auf einer Kante getroffen wird. Der andere Aspekt, den Pressemitteilungen verschweigen: Bestimmte hochharte Behandlungen verhindern die natürliche Patina. Stahl oder Titan mit einer 1.200 HV-Beschichtung wird nicht älter, entwickelt nicht die Oberflächengeschichte, die viele Sammler schätzen. Es ist eine Wahl, kein klarer Vorteil.

Zur Orientierung: Unter 500 HV zerkratzt die Oberfläche bei normalem Gebrauch. Zwischen 800 und 1.200 HV ist der tägliche Widerstand gut. Über 1.200 HV betreten Sie das Gebiet ernsthafter Werkzeuguhren. Die Seiko Diashield, die ich oft als praktische zugängliche Referenz zitiere, liegt bei etwa 500 HV — bereits deutlich besser als Standard 316L, ohne die Sprödheitskompromisse extremerer DLC-Varianten.

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