PVD und CVD sind zwei unterschiedliche Verfahren, die ein grundlegendes Prinzip teilen: Material in Gasphase transportieren und es als dünnen Film auf einer festen Oberfläche aufbringen. Der Unterschied liegt im Mechanismus. Bei Physical Vapour Deposition wird das Quellenmaterial physikalisch verdampft — durch thermische Verdampfung oder Ionensputtern — und seine Atome wandern im Vakuum zu dem zu beschichtenden Werkstück. Bei Chemical Vapour Deposition dagegen entsteht das Material durch chemische Reaktion in der Kammer: Precursor-Gase zersetzen sich oder verbinden sich auf der Oberfläche und lagern eine Verbindung ab, die es in der Flasche nicht gab. Dieser zweite Ansatz ermöglicht viel elaboriertere Strukturen.
In der Uhrmacherei kam PVD zuerst an, mit Schutzfunktion: Gehäuse und Armbänder, beschichtet mit Titannitrid oder amorphem Kohlenstoff, widerstehen Kratzern besser als blanker Stahl. Das matte Schwarz der Tudor Black Bay Dark, das sandgestrahlte Dunkelblau bestimmter Piaget Altiplano, das homogene Bleu Nuit der Royal-Oak-Zifferblätter sind alle PVD. Audemars Piguet nutzt dieses Verfahren, um diese exakte Farbe im Produktionsmaßstab zu reproduzieren — etwas, das die chemische Reaktion mit Zapon nicht garantierte. Dunkle Farben funktionieren gut; helle Töne — besonders Orange — bleiben schwierig, weil der Film Wellenlängen auf eine Weise absorbiert, die im oberen Ende des Spektrums schwer zu kontrollieren ist.
CVD ist als uhrmacherische Anwendung neuer und arbeitet in verschiedenen Maßstäben. Am Zifferblatt erzeugt es nanostrukturierte Beschichtungen mit optischen Effekten, die je nach Winkel die Farbe wechseln: die Chronoswiss Open Gear wechselt von Türkis zu Violett je nach Neigung; das Saphirzifferblatt der Promenade Transparencies erhält winzige Metallpunkte, die in unterschiedlicher Dichte aufgebracht werden, um ein Fumé zu schaffen, das von transparent zu peripherem Blau verläuft. An mechanischen Komponenten skaliert CVD bis zur einzelnen Faser: die Kohlenstoffnanoröhren der TH-Carbonspring wachsen in einer kontrollierten Kammer und der Kragen, der sie an der Unruhewelle befestigt, bildet sich während des Wachstums selbst, was eine separate Montage überflüssig macht. Bei im Labor gezüchteten Diamanten ist der Prozess langsamer — Wochen — aber das Ergebnis ist ein Kristall, der chemisch mit natürlichem Diamant identisch ist, kein Simulant.
Von der Werkbank habe ich gesehen, dass farbwechselnde CVD-Zifferblätter mit Beschichtungsfehlern aus der Produktion kommen, die mit bloßem Auge unsichtbar sind: Wenn der Film ungleichmäßige Dicke hat, erscheint der Farbwechsel unter bestimmtem Licht gestreift. Das ist nicht unbedingt ein Problem, das der Verbraucher sofort bemerkt, aber wer in der Restauration arbeitet, trifft darauf. PVD kann dagegen chemisch entfernt werden, ohne das unterliegende Metall zu berühren — hilfreich, wenn man ein Vintage-Stück mit schlechter Beschichtung regenerieren möchte.