Das automatische Chronograph ist eine präzise technische Kategorie: ein Werk mit einer zusätzlichen Zeitmessfunktion — Start, Stopp, Rückstellung — angetrieben durch die schwingende Handgelenksmasse statt durch die Krone. Die Unterscheidung ist nicht ästhetisch: sie ist architektonisch. Und 1969 ist das Jahr, das zählt.
In diesem Jahr entstehen drei konkurrierende Lösungen, und noch heute muss jeder, der mit Vintage- oder überholten Werken arbeitet, sie unterscheiden können. Zenith präsentiert die El Primero, Kaliber 3019 PHC: das erste vollständig integrierte automatische Chronograph-Werk, bei dem der Aufzugsmechanismus und das Chronograph-Modul die gleiche Basis teilen, ohne separate Module. Es schlägt mit 36.000 vph — 5 Hz — und das ist kein Marketing-Detail: Es bedeutet, dass der Chronograph-Zeiger um ein Zehntel einer Sekunde pro Schritt vorangeht, nicht um ein Fünftel. Zenith gab es fast auf, belebte es dann 1986 wieder; das Kaliber 3600 ist die aktuelle Version, immer noch Referenz für Hochfrequenz-Chronographen. Im selben Jahr führt das Konsortium Heuer-Breitling-Büren-Dubois Dépraz das Kaliber 11 ein. Hier ist der Ansatz modular: Das Chronograph-Modul ist ein Dubois-Dépraz-Modul, das auf ein automatisches Büren-Basiswerk mit Mikrorotor aufgesetzt wird. Der Mikrorotor ist ein kleinerer Rotor, der in der Ebene des Werks positioniert ist, nicht darüber: Er schafft Platz auf dem Zifferblatt und ermöglicht unterschiedliche Geometrien, wie die Krone um 9 Uhr der Original Monaco. Im selben Jahr ein dritter Weg: Seiko führt die vertikale Reibung mit seinem Speedtimer ein: Eine Technik, die den Zeigersprung beim Starten reduziert, ein chronisches Problem horizontaler Reibungssysteme.
In den folgenden Jahrzehnten etabliert sich das Valjoux 7750 mit 28.800 vph, ein integriertes Werk, aber weniger flach als die El Primero. Das Sellita SW500 und SW510 folgen seiner Architektur: Das sind die Kaliber, mit denen ich heute am häufigsten arbeite, zuverlässig, gut dokumentiert, leicht zu überarbeiten. Die Säulenrad ist das Bauteil, das die Start-Stopp-Rückstellung-Abfolge steuert: Qualitätswerke bauen sie aus Messing oder bearbeitetem Stahl ein; Werke der unteren Preisklasse verwenden ein Nockensystem, billiger aber weniger präzise in der Bedienung.
Der Peripherieumläufer ist die neueste Lösung zur Reduzierung der Dicke: Der Rotor besetzt nicht die Mittelpunkt des Werks, sondern dreht sich um den Umfang. Bulgaris BVL318 nutzt dies, um das derzeit dünnste automatische Chronograph-Werk in Produktion zu erreichen. Es ist eine ingenieurtechnische Antwort auf ein echtes Problem, keine dekorative Wahl.
Wer einen Vintage-Automatik-Chronographen kauft, sollte wissen, dass modulare Werke externe Uhrmacher-Eingriffe besser tollerieren; integrierte Werke erfordern mehr Fachwissen, bieten aber in der Regel größere konstruktive Steifheit und geringere Gesamtdicke.