Das automatische Aufzugsystem basiert auf einem einfachen Prinzip: Eine oszillierende Masse, der Rotor, bewegt sich mit dem Handgelenk und überträgt Energie auf die Triebfeder. Der eigentliche technische Unterschied liegt jedoch darin, wie diese Übertragung erfolgt — und hier divergieren die Lösungen erheblich.
Der klassische 360-Grad-Rotor ist seit 1931 die dominierende Lösung, als Rolex das Perpetual-System mit bidirektionalem Aufzug einführte. Davor hatte John Harwood mit einem Sektorrotor experimentiert, der etwa 180 Grad oszillierte und durch Stoßdämpfer namens Bumper gestoppt wurde: Es funktionierte, aber mit geringerer Effizienz. Der bidirektionale Aufzug, der Energie in beiden Rotationsrichtungen nutzt, ist heute der Standard in hochwertigen Werken. Der unidirektionale Aufzug, der nur in eine Richtung überträgt, ermöglicht in bestimmten Fällen ein schnelleres Spannen der Feder, arbeitet aber nur mit der Hälfte der verfügbaren Bewegung.
Der Mikrorotor ist ein eigenes Kapitel. Universal Genève entwickelte ihn in den 1950er Jahren: Statt eines halbmondförmigen Rotors, der die gesamte Platine bedeckt, wird eine hochdichte Scheibe mit kleinerem Durchmesser in die Dicke des Werks selbst integriert. Wolfram ist das bevorzugte Material — mit einer Dichte etwa 2,5-mal höher als Stahl — weil es ermöglicht, die erforderliche Masse auf minimalem Raum zu konzentrieren. Das Ergebnis ist die Sichtbarkeit der inneren Dekoration und reduzierte Dicke, zwei Ziele, die ein herkömmlicher Rotor beeinträchtigt. Roger Dubuis hat auch zwei Mikrorotoren parallel bei mehreren Komplikationen verwendet, eine seltene, aber sinnvolle Lösung, wenn der zentrale Raum bereits belegt ist.
IWC ging mit dem Pellaton-System einen anderen Weg, das Mitte des 20. Jahrhunderts patentiert wurde und noch immer in dem Kaliber 82110 produziert wird: Nocken und Hebel wandeln die Rotordrehung in eine Schrittgetriebe mit reduziertem Verschleiß und hohem Wirkungsgrad um — die Grundlage der siebentägigen Gangreserve des Portugieser. Ulysse Nardin antwortete mit dem Grinder, ein System mit flexiblem Rahmen, das sogar minimale Handgelenkbewegungen vervielfacht; seit 2017 mit der InnoVision 2 eingeführt, erreicht es die doppelte Aufzugsgeschwindigkeit im Vergleich zu traditionellen Systemen. Auf der anderen Seite hat Urwerk Turbinensysteme entwickelt — in der UR-150 reguliert eine doppelte, gegenläufige Turbine die Geschwindigkeit des Skelett-Rotors durch Stoßabsorption und wandelt das, was normalerweise ein mechanisches Problem ist, in einen Kontrollmechanismus um.
An der Werkbank habe ich festgestellt, dass die meisten Probleme mit unzureichendem Aufzug nicht vom gewählten System abhängen, sondern vom Zustand der unidirektionalen Bremse — je nach Generation Sprag oder Sperrrad genannt. Wenn dieses Gleitrad zu verschleißen beginnt, dreht sich der Rotor, aber die Energie erreicht den Federhaus nicht. Es ist ein stiller Fehler: Die Uhr wird langsamer, ohne offensichtliche Zeichen.