Almanacco del Cinturino

acciaio riciclato

Recycelter Stahl in der Uhrmacherei ist kein Zugeständnis an grüne Mode: Es ist ein Material, das, wenn richtig bearbeitet, sich mechanisch mit neuem Stahl messen kann und ihn in manchen Fällen in Härte und Oberflächenglanz übertrifft. Der Unterschied zur Massenindustrie liegt in der Kontrolle der Lieferkette und der Zertifizierung der Herkunft.

Der Basisprozess ist das Umschmelzen von Schrott in einem Elektrolichtbogenofen. Das Ergebnis hängt von der Reinheit des eingehenden Schrotts und der Qualität des Umschmelzens ab. Thyssen Krupp zertifiziert sein PuReSteel zu 100% recycelt, gewonnen aus verschrotteten Handelsschiffen, und erklärt die gleichen mechanischen Spezifikationen wie Neumaterial. Alpina und Cedric Bellon verwenden es für Gehäuse und Schnallen mit vollständiger Rückverfolgbarkeit der Quelle. Panatere geht weiter: zwei Solaröfen in La Chaux-de-Fonds schmelzen Schrott mit Photovoltaik-Energie ein und beseitigen damit fast vollständig die Emissionen aus der Schmelzphase. Dieser Stahl endet in den Gehäusen der Pragma P1.

Chopard hat einen proprietären Weg entwickelt. Lucent Steel, 2019 mit der Alpine Eagle eingeführt, beginnt mit mindestens 80% recyceltem Material und erreicht 85% in der Variante A223. Die Legierung ist bewusst härter als die Standard-Stahlsorten 316L und 904L und daher schwieriger zu bearbeiten: Sie erfordert spezielle Werkzeuge und längere Bearbeitungszeiten. Dafür erzeugt der Umschmelzprozess eine Kristallstruktur, die Licht anders reflektiert, mit einer Helligkeit, die zwischen polierten und satinierten Oberflächen variiert. Es ist kein Beschichtungseffekt: Er kommt aus der Zusammensetzung der Legierung selbst. Seit 2023 verwendet Chopard es in der gesamten Stahlproduktion.

Panerai geht einen anderen Weg mit eSteel: Stahlschrott bis zu 95%, mit einer Brunito-Variante, die eine künstlich gealterte PVD-Beschichtung hinzufügt. Der Effekt ist eine dunkle, abgenutzte Patina, ähnlich wie Stone-Washing bei Textilien. Das EcoPangaea-Gehäuse — Stahl aus dem Schiff von Mike Horn — folgt der gleichen narrativen Logik: Rückverfolgbarkeit als Mehrwert.

Von der Werkbank aus gesehen: Ein Detail, das nicht in den technischen Datenblättern steht: Hochqualitativer recycelter Stahl ist empfindlicher gegenüber Schwankungen im Veredelungsprozess. Eine Satinoberfläche auf Lucent Steel erfordert andere Schleifmittel als 316L. Wer am Gehäuse arbeitet, bemerkt es sofort. Es ist ein Detail, das Hersteller mit Produktionskontrolle von denen unterscheidet, die einfach ein Zertifikat kaufen.

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