Swiss Made
Swiss Made ist keine bloße geografische Angabe: es ist eine rechtlich geregelte Marke, seit 1971 durch das schweizerische Bundesgesetz geschützt und 2017 aktualisiert. Die aktuellen Anforderungen sehen vor, dass das Uhrwerk schweizerisch ist, dass die Gehäusemontage in der Schweiz erfolgt, dass die Endkontrolle in der Schweiz durchgeführt wird und dass mindestens 60% des Wertes der Uhrwerkskomponenten — sowie 60% der gesamten Herstellungskosten — schweizerischen Ursprungs sind. Vor 2017 lag die Schwelle bei 50%: ein Detail, das zählt, wenn man einen Katalog liest oder ein Vintage-Stück bewertet.
Von der Werkbank aus unterscheidet man mindestens drei praktische Stufen. Die erste ist Swiss Movement: das Uhrwerk erfüllt die schweizerischen Kriterien, die komplette Uhr jedoch nicht — es fehlt vielleicht die Endkontrolle in der Schweiz, oder die Gesamtkosten erreichen die Schwelle nicht. Die zweite ist das klassische Swiss Made, das bis zu 40% nicht-schweizerische Komponenten zulässt. Die dritte ist I.O.E.S., Intégralement Ouvré en Suisse, oder die informelle Bezeichnung Swiss Crafted: alles in der Schweiz gefertigt, Zulieferer inbegriffen. Marken wie Panerai, Hermès Horloger und Pragma geben öffentlich an, zu 100% in der Schweiz zu arbeiten und übertreffen damit den Mindeststandard.
Auf dem Zifferblatt hat die Kennzeichnung eine genaue Geschichte. Die Aufschrift Fab. en Suisse oder Fab. Suisse erscheint auf Gehäusen und Zifferblättern früherer Zeit, als das Gesetz des Bestimmungslandes — allen voran Frankreich — vorschrieb, die Herkunft klarzustellen, um Verwechslungen mit lokalen Produkten zu vermeiden. Die Kennzeichnung T SWISS MADE T, mit den beiden T, die die Aufschrift einrahmen, weist hingegen auf die Anwesenheit von Tritium als lumineszierendem Material hin: ab dem 1. April 1964 wurde es gesetzlich verpflichtend, dies ausdrücklich anzugeben. Bei der Speedmaster 105.003 hängen die beiden Varianten — mit oder ohne die T — von der Seriennummer und dem Herstellungsjahr ab, und dienen heute als Referenz zur Datierung des Exemplars. Das abschließende L, das man bei bestimmten Vintage-Panerai sieht, zeigt hingegen an, dass mindestens 50% des Uhrwerks schweizerischer Fertigung sind, gemäß der alten Schwelle.
Der Wert der Marke liegt in ihrer Überprüfbarkeit, nicht in der romantischen Aura, die ihr oft zugeschrieben wird. Eine Swiss-Made-Uhr kann bis zu 40% des Wertes asiatische Komponenten enthalten: rechtmäßig, aber wissenswert. Wer Vintage kauft oder eine strengere Garantie sucht, muss über die Aufschrift auf dem Zifferblatt hinausschauen und die vom Hersteller angegebene Lieferkette prüfen.
Domande frequenti
Was ist der Unterschied zwischen Swiss Made und Swiss Movement?
Swiss Movement zertifiziert nur das Kaliber: es erfüllt die schweizerischen Kriterien, aber die komplette Uhr kann anderswo montiert sein. Swiss Made verlangt Gehäusemontage, Endkontrolle und mindestens 60% der gesamten Herstellungskosten in der Schweiz. Eine Uhr kann also ein schweizerisches Uhrwerk haben, ohne die Marke Swiss Made auf dem Zifferblatt zu tragen.
Was bedeutet die Kennzeichnung T SWISS MADE T auf Vintage-Zifferblättern?
Die beiden T zeigen die Anwesenheit von Tritium als radioaktiver lumineszierender Substanz an. Ab dem 1. April 1964 verlangte das schweizerische Gesetz, dies ausdrücklich auf dem Zifferblatt anzugeben. Vor diesem Datum wurde Tritium verwendet, aber nicht deklariert. Das Vorhandensein oder Fehlen der T ist heute eine nützliche Referenz zur Datierung eines Vintage-Exemplars.