Glossar · Terminologie

Zertifizierungsstandard

IT: Standard di certificazione

Synonyme: certificazione orologiera · marchio di qualità orologiero · sigillo orologiero

Definition

In der Uhrmacherei gibt es mindestens vier unterschiedliche Normenstufen, und diese zu verwechseln ist ein teurer Fehler. Die erste Stufe ist international: ISO 6425 für Tauchuhren, ISO 3159 für Chronometer. Die zweite ist Schweizer institutionell: COSC, Poinçon de Genève, Qualité Fleurier. Die dritte ist deutsche Regional: Die Bezeichnung Glashütte/SA verlangt, dass mindestens 50% des Wertes der Uhr lokal generiert werden und dass wichtige Montagephasen in der Region stattfinden. Die vierte ist proprietär: Rolex mit Superlative Chronometer (±2 Sekunden pro Tag, 2026 mit noch strengeren Kriterien aktualisiert), Grand Seiko mit U.F.A. (Ultra Fine Accuracy, ±20 Sekunden pro Jahr auf dem Kaliber 9RB2), Greubel Forsey mit Qualité Musée, die die Verarbeitungsanforderungen bis zur einzelnen Mikrokomponente erweitert.

Das COSC ist ein Ausgangspunkt, kein Endpunkt. Es zertifiziert Uhrwerke isoliert in 5 Positionen und 3 Temperaturen für 15 Tage: Toleranz -4/+6 Sekunden pro Tag. Die sieben ISO 3159-Kriterien messen mittlere Ganggenauigkeit, Gangvariation, Unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Position, thermische Abweichung und Gangwiederherstellung. Es ist eine objektive Grundlage, sagt aber nichts über die Qualität der Verarbeitung oder das Verhalten der Uhr am Handgelenk aus.

Die Qualité Fleurier geht weiter: Sie erfordert das Bestehen der COSC-Tests, dann die Chronofiable-Protokolle (Alterung unter extremen Bedingungen und mechanische Belastung) und den Fleuritest-Simulator, der 24 Stunden echte Abnutzung simuliert. Die Gangvariation muss zwischen 0 und +5 Sekunden pro Tag bleiben. Darüber hinaus müssen 100% des Uhrengehäuses in der Schweiz hergestellt werden, und die Verarbeitung des Uhrwerks muss sehr genaue Kriterien erfüllen. Von der Werkbank aus habe ich sehr wenige Marken gesehen, die dieses Siegel erhalten: Chopard L.U.C. erhält es systematisch, und es ist kein Zufall, dass diese Uhrwerke den visuellen Vergleich mit Genf bestehen.

Das Poinçon de Genève fügt die geografische Dimension hinzu: Montage und Regulierung obligatorisch im Kanton Genf, côtes de Genève auf den Brücken, Körnung auf der Platine, scharfe Fase, Schwan-Nockenhemmung. Es reicht nicht aus, technische Kriterien zu erfüllen: die Uhr muss dort entstehen. Der deutsche DIN 8310-Standard zertifiziert schließlich die Wasserdichtheit nach strengen, von ISO 6425 unterschiedlichen Protokollen, angewendet beispielsweise auf Sinn-Tieftauchuhren.

Bei der Standardfrequenz der Unruh: 4 Hz (28.800 Schwingungen/Stunde) ist seit über fünfzig Jahren der industrielle Gleichgewichtspunkt, der beste Kompromiss zwischen chronometrischer Stabilität, Energieverbrauch und Verschleiß. Höhere Frequenzen reduzieren die Empfindlichkeit gegenüber externen Störungen, beschleunigen aber die Verschlechterung.

Der nächste Schritt

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