Glossar · Terminologie
Regulator
régulateur · quadrante regolatore · regolatore a collo di cigno · swan-neck regulator · goose-neck regulator
Definition
Der Begriff umfasst zwei unterschiedliche Realitäten, die sich in der Uhrengeschichte überschneiden, und ich sehe die Verwechselung zwischen ihnen ständig, auch bei Fachleuten. Zum einen gibt es das Regulatorwerk — ein Lesezifferblatt-Layout. Zum anderen gibt es den mechanischen Regulator — ein Feinabstimmungsgerät. Ich behandle sie getrennt, weil sie es verdienen.
Das Regulatorwerk entstand im achtzehnten Jahrhundert aus Labormeisteruhren: Referenzhstrumente, die von Meisteruhrmachern zur Kalibrierung von Serienproduktionen verwendet wurden. In diesen Wanduhren war die Lesbarkeit der Sekunden vorrangig; folglich belegten die Minuten den größeren zentralen Zeiger, die Stunden wurden in ein separates Unterkompartiment verschoben — traditionell bei 12 Uhr — und die Sekunden erschienen bei 6 Uhr. Drei Zeiger, drei unterschiedliche Achsen, keine Überlappung. Die erste serielle Armbanduhr mit diesem Layout war die Chronoswiss Régulateur von 1987, signiert von Gerd-Rüdiger Lang: eine Referenz, die das moderne Vokabular der Sache etablierte. Seitdem ist jede Variante — Stunden bei 3 Uhr, Sekunden bei 9 Uhr, Minuten in der Mitte, oder Doppelregulator mit vertikaler Achse für die Zeit und horizontaler für den Kalender — eine Neuinterpretation dieses Prinzips: räumliche Trennung der Funktionen zur Beseitigung von Lesbarkeitsambiguität.
Der mechanische Regulator ist eine ganz andere Geschichte. Er dient dazu, die Frequenz der Unruh zu ändern, indem er auf die effektive Länge der Spirale einwirkt. In seiner elementarsten Form ist es ein Schieber auf einer eingravierten Skala. Die Schwanenhalsvariante — swan-neck oder goose-neck, die Nomenklatur variiert — fügt eine Feder mit kurvigem Profil hinzu, die den Schieber mit konstanter Kraft in Position hält und das Spiel einfacher Reibungsregler beseitigt. Das praktische Ergebnis ist eine stabilere Ganggenauigkeit im Laufe der Zeit und bessere Stoßfestigkeit. Es ist nicht nur Ästhetik, obwohl in bestimmten Kaliber die Federfinish eindeutig für die Sichtbarkeit ausgelegt ist. Es gibt auch den Doppelpfeil-Regulator — entworfen von Charles Fleck, sichtbar im ursprünglichen Kaliber 135 — und den geräuschlosen Magnetregulator, verwendet von Blancpain und Vacheron Constantin in Minutenrepetitionen, um die Schlagzeit ohne hörbaren Reibungsverschleiß zu kontrollieren, der den Klang beeinträchtigt.
An der Werkbank antworte ich immer, wenn ein Kunde mir eine Uhr mit Regulatorwerk mitbringt und fragt, ob es eine Komplikation ist: Es ist eine Lesewahl, keine mechanische Komplikation. Die Komplikation liegt, wenn überhaupt, in der Kaliber, nicht im Zifferblatt-Layout.
Der nächste Schritt
Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.
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