Glossar · Terminologie

Schwerkraft (Einfluss auf das Regulierorgan)

IT: Gravità (effetto sull'organo regolatore)

Synonyme: effetto gravitazionale sul bilanciere · influenza della gravità sul rate

Definition

Gravitation ist der stille Feind jeder mechanischen Uhr, und sie gut zu verstehen verändert die Art, wie man ein Uhrwerk betrachtet. Das Problem ist nicht die Kraft selbst, sondern ihre konstante Richtung: Wenn die Unruh in einer vertikalen Position stillsteht — wie bei Taschenuhren, die in der Tasche getragen wurden — wirkt die Spirale asymmetrisch, und die Ganggenauigkeit verschiebt sich. Das Ausmaß der Verschiebung hängt von der Position, der Form der Spirale und der Qualität der Auswuchtung der Unruh selbst ab.

Abraham-Louis Breguet patentierte das Tourbillon 1801 genau aus diesem Grund. Die Idee ist brutal logisch: Wenn die Gravitation die Ganggenauigkeit verändert, weil sie immer von der gleichen Seite wirkt, platzieren Sie das Regulierorgan in einem Käfig, der sich selbst dreht — normalerweise eine Umdrehung pro Minute — und die Störung verteilt sich auf alle Winkel und hebt sich zeitlich auf. Es verschwindet nicht: es wird gemittelt. Der Unterschied ist erheblich.

Das klassische Tourbillon dreht sich um eine einzelne Achse. Es funktioniert gut bei Taschenuhren, die fast immer in vertikaler Position mit der 6 nach unten gehalten werden. Am Handgelenk ist das Problem anders: Das Handgelenk bewegt sich, ändert ständig die Ausrichtung, und die Gravitation wirkt aus unterschiedlichen Richtungen. Hier entstehen die mehrachsigen Varianten. Das zweiachsige Tourbillon dreht sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten um zwei Achsen — im Fam al Hut Möbius Mk1 Prototyp benötigt die eine 60 Sekunden, die andere 150 — und deckt mehr geometrische Ebenen ab. Das dreiachsige Tourbillon fügt eine dritte Achse hinzu, vervielfacht die Abdeckung, aber auch die konstruktive Komplexität und das Gewicht des Käfigs selbst, was ein Nachteil für die Gangautonomie ist.

Das freischwebende Tourbillon ist eine konstruktive Variante, keine Kompensationsvariante: Der Käfig wird nur von einem Punkt statt zwei gestützt, was ihn optisch leichter wirken lässt und ermöglicht, seine Rotation von beiden Seiten zu sehen, verbessert aber nicht unbedingt die Gravitationskompensation.

Es muss klar gesagt werden: Bei einer modernen Armbanduhr, die in sechs Positionen reguliert ist und eine gut auswuchtete Unruh hat, wird der Effekt der Gravitation bereits während der Herstellung großteils berücksichtigt. Das Tourbillon löst mit mechanischer Eleganz ein Problem, das die hochwertige Herstellung heute auch mit anderen Werkzeugen angeht: Silizium-Spiralen, kompensierte Unruhen, feine Regulierung nach Position. Aus eigener Erfahrung habe ich Stücke mit Tourbillon gesehen, die schlechter gehen als eine gut regulierte ETA 2824. Der Mechanismus ist real, die Physik ist richtig, aber die endgültige Genauigkeit hängt von der Gesamtausführung des Kalibers ab, nicht vom Tourbillon isoliert.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.

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