Glossar · Terminologie

Finissage

IT: Finitura

Synonyme: finishing · decorazione del movimento · lavorazione superficiale

Definition

In der Uhrmacherei ist der Begriff Oberflächenfinish nicht einfach ein unbedeutender letzter Schritt: es ist eine eigenständige Disziplin, die sich deutlich in zwei Bereiche unterteilt — den des Uhrwerks und den der äußeren Oberflächen — mit jeweils eigenen Techniken, Zielen und Qualitätshierarchien.

Beim Uhrwerk hat das Finishing eine doppelte Funktion. Die erste ist ästhetisch: Genfer Streifen, Perlage, Colimaçon, Black Polishing, Schneckenmuster und Guillochierung verwandeln ansonsten anonyme Komponenten in Oberflächen, die auf kontrollierte Weise mit Licht spielen. Die zweite ist zumindest teilweise technisch: Genfer Streifen zum Beispiel reduzieren Reflexionen bei Überprüfung und Montage, während die Fasenbearbeitung — das Anfasen der Kanten von Brücken und Platinen — scharfe Ecken entfernt, die Verschmutzung auffangen könnten. Genfer Streifen sind wellige parallele Linien, die auf Platinen und Brücken eingraviert sind; Perlage erzeugt ein Feld aus überlappenden kleinen Kreisen, erzielt mit einem rotierenden Dorn; Colimaçon erzeugt eine konzentrische Spirale, typisch für das Federhaus und einige Rotoren. Black Polishing — auch Spiegelpolish genannt — erfordert, dass die Oberfläche auf einen Grad von Ebenheit und Politur gebracht wird, dass sie nichts reflektiert: es ist die anspruchsvollste Verarbeitung und am wenigsten tolerant gegenüber Fehlern. Wer sie schlecht ausführt, sieht man sofort.

Der Poinçon de Genève zertifiziert eine präzise Kombination dieser Finishes, zusammen mit anderen Konstruktionsanforderungen: es wird nicht selbst vergeben, sondern von einer dritten Partei überprüft. Das RD118-Uhrwerk von Roger Dubuis, oft als Referenz zitiert, zählt einundzwanzig unterschiedliche manuelle Finishes. Parmigiani-Kaliber kombinieren Genfer Streifen, Perlage und Fasenbearbeitung sogar am Goldrotor, was für visuelle Kohärenz von Komponente zu Komponente sorgt.

Bei äußeren Oberflächen — Gehäuse, Lünette, Boden — funktioniert Finishing durch Kontrast: Satiniert gegen Poliert, lineare Bürstung gegen Spiegelpolish. Sunray-Bürstung auf dem Zifferblatt strahlt Linien vom Zentrum zur Kante aus und sieht je nach Lichtwinkel völlig anders aus. Fumé ist ein Farbverlauf auf dem Zifferblatt, von heller Tönung in der Mitte zu dunkler am Rand. Mechanische Guillochierung — die echte, auf einer Rosendrehmaschine ausgeführt — graviert wiederholte Geometrien mit Tiefe und Präzision, die keine Drucktechnik nachbilden kann.

Oberflächenbehandlungen wie PVD und DLC gehören zur Kategorie der Schutzfinishes: sie erhöhen die Gehäusehärte, verändern die Farbe und reduzieren Kratzer. Sie sind nicht dekorativ im traditionellen Sinne, haben aber einen entscheidenden Einfluss auf das Gesamtaussehen der Uhr im Laufe der Zeit. Ein Sonderfall ist die handgehämmerte Oberfläche, die eine absichtlich unregelmäßige Textur auf Platinen oder äußeren Oberflächen einführt: jedes Stück ist einzigartig, aber die Wiederholbarkeit ist null.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.

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