Glossar · Terminologie
Anse
lugs · attacchi cassa · orecchie
Definition
Die Bandanstöße sind die Ausläufer des Gehäuses, die die Enden des Uhrenarmband oder des Armbands halten. Sie wirken wie ein Nebendetail, aber sie definieren fast alles: wie die Uhr am Handgelenk sitzt, welches Gewicht der Träger spürt, ob das Gehäuse sich mit dem integr oder als isolierter Körper bleibt.
Die Geometrie zählt mehr als man denkt. Gerade Bandanstöße — jene, die orthogonal vom Gehäuse ausgehen — sind typisch für Chronographen der Fünfziger und Sechziger Jahre, besonders der Speedmaster CK2915 und CK2998. Gebogene Bandanstöße, nach unten geneigt, reduzieren den Überstand und lassen größere Durchmesser besser sitzen: Wenn Chopard diese beim Mille Miglia verkürzt und nach unten verlagert, gewinnt eine 43mm an Dezenz am Handgelenk. Die Lyre-Bandanstöße des klassischen Speedmaster Professional haben eine auf den ersten Blick erkennbare Lyra-Form; die Dog-Leg-Bandanstöße des Seamaster aus den Fünfzigern erinnern an eine Hundepfote und wurden beim Modell Milano Cortina 2026 wiederbelebt. Triple Lugs — drei Ausläufer pro Seite statt zwei — erscheinen bei einigen zeitgenössischen Produktionen wie der Roger Dubuis Excalibur.
Artikulierte Bandanstöße, sogenannte Floating Lugs, sind ein anderes Kapitel. De Bethune verwendet sie seit 2010 auf der DB28-Linie: aus Titan gefertigt, bewegen sie sich leicht der Krümmung des Handgelenks folgend. Das ist keine Ästhetik — es ist Ergonomie angewendet auf die Verbindung zwischen Gehäuse und Handgelenk.
Das Gegenteil sind Gehäuse ohne Bandanstöße. Das Armband oder der Uhrenriemen rasten direkt unter der Lünette oder in der Geometrie des Gehäuses ein. Die Silhouette wird kontinuierlich, der nominale Durchmesser zählt weniger, weil die tatsächliche Auflagefläche sinkt. Es ist eine Lösung, die manche korrekt nutzen, um eine 44mm kompakt wirken zu lassen.
Integrierte Bandanstöße — in einem Stück mit dem Gehäuse gefertigt — garantieren überlegene strukturelle Steifheit gegenüber gelöteten oder separat verschraubten Bandanstößen. Bei der Pequignet Royale finishe ich sie mit gebürsteter Oberseite und polierten Seiten: ab dann werden sie auch zum Stilelement.
Das Maß, das die oberen Bandanstöße von den unteren trennt, wird Lug-Breite genannt. Es ist der vertikale Abstand des Gehäuses, und in gewissen Fällen ist er wichtiger als der Durchmesser, um zu verstehen, wie eine Uhr wirklich sitzt. Eine 38mm mit einer Lug-Breite von 43mm — wie manche Villerets — verschwindet am Handgelenk. Eine 40mm mit einer Lug-Breite von 51mm reitet wie ein Taucheruhr am Handgelenk. Ich halte immer eine Schieblehre auf der Werkbank: es ist die erste Messung, die ich an einer mir unbekannten Uhr vornehme.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lug-Abstand und Lug-zu-Lug?
Der Lug-Abstand ist der Abstand zwischen den beiden gegenüberliegenden Anschlussösen auf der gleichen Seite des Gehäuses — er bestimmt die kompatible Lug-Breite des Uhrenriemens. Die Lug-zu-Lug-Distanz ist dagegen der vertikale Abstand zwischen den oberen und unteren Anschlussösen: sie misst, wie weit sich die Uhr auf Ihrem Handgelenk erstreckt. Dies sind zwei unterschiedliche Messungen, die unterschiedliche Fragen beantworten.
Sind schwebende Anschlussösen nur Ästhetik oder haben sie eine echte Funktion?
Sie haben eine echte Funktion. Artikulierte Anschlussösen — wie die aus Titanium der De Bethune DB28 Linie — bewegen sich leicht und passen sich der Krümmung Ihres Handgelenks an. Bei großen Gehäusen reduzieren sie Unbehagen an den Kanten und verteilen den Kontakt gleichmäßiger. Das ist keine Dekoration.
Der nächste Schritt
Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.
Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.
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