Glossar · Terminologie

Schwingungen pro Stunde

IT: Vibrazioni per ora

Synonyme: vph · frequenza del bilanciere · oscillazioni per ora · battiti per ora

Definition

Vibrationen pro Stunde sind nicht die Frequenz des Unruhrades—sie sind die Hälfte davon. Jede vollständige Oszillation des Unruhrades zählt als zwei Vibrationen, eine in jede Richtung. Wenn ein Datenblatt 28.800 vph angibt, führt das Unruhr 14.400 vollständige Oszillationen pro Stunde durch, oder 4 Hz. Es ist eine Unterscheidung, die viele Verkäufer ignorieren, doch sie verändert, wie man jede technische Spezifikation liest.

Die wiederkehrenden Werte in der Nachkriegs-Uhrmacherei verteilen sich auf einer ziemlich präzisen Skala. 18.000 vph (2,5 Hz) ist die Kadenz klassischer Tourbillons und bestimmter Glashütter Kaliber wie Moritz Grossmann, wo Langsamkeit eine stilistische vor einer technischen Wahl ist. 21.600 vph (3 Hz) war bis in die 1960er Jahre der vorherrschende Standard. 28.800 vph (4 Hz) wurde zur modernen Industrienorm: du findest sie auf Tudor, Rolex, den meisten ETA- und Sellita-Kaliber. 36.000 vph (5 Hz) ist Hi-Beat-Territorium: Grand Seikos 9S85-Kaliber, das 9SA5, Zeniths El Primero von 1969, TAG Hauers TH81-01 in Split-Seconds-Chronographen. Darüber hinaus ist es selten; Werke mit 72.000 vph existieren, bleiben aber eher ingenieurtechnische Übungen als praktische Lösungen.

Das Argument, dass hohe Frequenz die Genauigkeit verbessert, ist real, aber bedingt. Ein schneller Oszillator mittelt Fehler über eine größere Anzahl von Zyklen pro Zeiteinheit und macht den Chronographen granularer: Bei 28.800 vph teilt sich das Zahnrad in Achtel Sekunden, bei 36.000 vph in Zehntel. Der Preis ist Reibung: Federn, Paletten und das Regulierorgan verschleißen schneller, Schmierstoffe altern schneller, die Gangreserve verkürzt sich. Deshalb erfordern Hi-Beat-Kaliber häufigere Revisionen und engere Fertigungstoleranzen.

Resonanz ist ein verwandtes aber unterschiedliches Phänomen: zwei physisch gekoppelte Unruhräder neigen dazu, sich zu synchronisieren, indem sie Energie austauschen und ein selbstkorrigierendes System schaffen. Ulysse Nardin im Freak, Ariel Adams und einige unabhängige Hersteller haben diesen Weg erkundet; die um 20° geneigten Silizium-Unruhräder des Freak S sind ein dokumentiertes Beispiel. Es ist keine Frage von vph sondern physischer Kopplung zwischen Oszillatoren, und es lohnt sich, sie konzeptionell zu trennen.

Von der Werkbank aus ist die Zahl, die ich am häufigsten missverstanden sehe, genau 28.800: in Notizen von bestimmten Publikationen liest man sie als "8 Hz", was Vibrationen und Oszillationen verwechselt. Wenn ein Verkäufer dir sagt, dass ein Kaliber mit 8 Hz schlägt, frag ihn zur Bestätigung: er meint wahrscheinlich 4 Hz, das heißt 28.800 vph.

Häufige Fragen

Wie viele Schwingungen pro Stunde hat ein modernes Standardwerk?

Der Industriestandard sind 28.800 Schwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hz. Sie finden ihn bei fast allen automatischen Kaliber im mittleren bis höheren Segment: ETA 2824, Sellita SW200, Rolex 3235, Tudor MT5612. Es ist nicht der höchste mögliche Wert, aber das optimale Gleichgewicht zwischen Präzision, Haltbarkeit der Schmierstoffe und Revisionskosten.

Was bedeutet hi-beat und lohnt es sich danach zu suchen?

Hi-beat bezieht sich auf Kaliber mit 36.000 Schwingungen pro Stunde (5 Hz): Grand Seiko 9S85, Zenith El Primero, TAG Heuer TH81-01. Die Sekundenzeiger läuft flüssiger und ein Chronograph misst in Zehntelsekunden. Der Nachteil ist real: häufigere Revisionen und Schmierstoffe, die schneller altern. Es lohnt sich, wenn Sie Ihre Uhr regelmäßig warten lassen.

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