Glossar · Terminologie

Doppelhemmung

IT: Scappamento Doppio

Synonyme: doppio scappamento · dual escapement · scappamento gemello

Definition

An der Werkbank habe ich drei verschiedene Architekturen gesehen, die alle «Doppel-Hemmung» genannt werden, und sie zu verwechseln ist ein Fehler, der bei der Bewertung teuer wird. Es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.

Die erste ist diejenige, die Zenith im El Primero 9004 realisiert hat: zwei physisch unterschiedliche Hemmungen in demselben Werk, eine mit 36.000 Hüben/Stunde für die gewöhnliche Zeitmessung und eine mit 360.000 Hüben/Stunde, die ausschließlich der Stoppuhr gewidmet ist. Mit der letzteren messen wir Hundertstelsekunden, und der Zentralzeiger vollführt eine volle Umdrehung in einer Sekunde. Dies ist eine rücksichtslose Architektur in Bezug auf konstruktive Komplexität, aber konzeptionell klar: jede Funktion hat ihren eigenen Trieb.

Die zweite ist die Dual Impulse Escapement von Grand Seiko, vorhanden in den Kaliber 9SC5 und 9SA5. Hier haben wir eine einzige Hemmung, die die Energie auf zwei gleichzeitige Wegen auf das freie Unruh überträgt: indirekt durch die Ankergabel und direkt vom Hemmungsrad. Der doppelte Impulspfad reduziert Reibung, erhöht die Energieeffizienz, verringert den Schmierungsbedarf und verbessert die Stoßfestigkeit. Gekoppelt mit dem Unruh mit freier Feder erreicht das System Toleranzen zwischen −3 und +5 Sekunden pro Tag. Dies ist eine Herstellungslösung, keine sichtbare Komplikation: von außen sieht man nichts Unterschiedliches.

Die dritte ist die Dual Detent Escapement von Bernhard Lederer in den Kaliber 9016 und 9019. Zwei unabhängige, zwillingsartige Hemmungsmechanismen, die in Synergie mit zwei Remontoir d'égalité arbeiten. Das Ziel ist es, konstante Energie auf die Unruh zu liefern und die Drehmomentunregelmäßigkeiten zu beseitigen, die eine einzelne Hemmung einführt. Lederer präsentiert dies als die erste vollständig funktionsfähige Doppel-Hemmung an einer Armbanduhr. Ich habe keinen Grund, dies anzufechten, aber die Kategorie der Detent-Hemmungen trägt mit sich eine den Uhrmachern bekannte strukturelle Fragilität: Stoßempfindlichkeit ist ein historisches Problem dieser Geometrie, und die Verdopplung des Mechanismus beseitigt dies nicht automatisch.

Getrennt von diesen drei gibt es die Dual Metric Technology von Omega: Es ist keine Hemmung, sondern ein Zertifizierungsprotokoll. Die traditionelle Master Chronometer-Homologationsmethode basiert auf der Fotografie des Sekundenzeigers. Bei Werken mit zwei Zeigern — ohne Sekunden — funktioniert diese Methode nicht. Omega entwickelte eine kontinuierliche akustische Analyse des Ticktacks, kombiniert mit Sensoren für Temperatur, Druck, Position und Magnetfeld über einen 25-Tage-Zyklus. Das Ergebnis ist die Chronometer-Zertifizierung auch für Zwei-Zeiger-Werke, mit einer täglichen Abweichung zwischen 0 und +5 Sekunden.

Was alle diese Lösungen vereint, ist die Logik der Redundanz oder funktionalen Trennung: Man verdoppelt eine kritische Komponente, um Präzision, Stabilität oder Messbarkeit zu gewinnen, wo ein einzelnes System nicht ausreicht. Die Kosten sind immer konstruktive Komplexität und oft auch Dicke.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.

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