Glossar · Terminologie

Säulenrad

IT: Ruota a colonna

Synonyme: column wheel · ruota colonnare · colonna cronografica

Definition

Das Säulenrad ist kein ästhetisches Detail: es ist der Kontrollpunkt des gesamten Chronographenmechanismus. Es ist eine rillenförmige Zylindertrommel, die in der Mitte des Chronographen-Plateaus montiert ist und in Schritten rotiert, um sequenziell die drei grundlegenden Funktionen zu steuern: Start, Stopp und Rückstellung. Jeder Knopfdruck bewegt das Rad um einen Schritt vorwärts; die erhöhten Säulen und die Zwischenräume bestimmen die Position der Hebel, die wiederum die Kupplung und den Rückstellhammer steuern.

Der Vergleich mit dem exzentrischen Nockensystem verdeutlicht, warum das Säulenrad als die technisch überlegene Lösung gilt. In einem Nockensystem hat jede Funktion ihre eigene geformte Nocke: das Ergebnis ist mechanisch einfacher und günstiger herzustellen, aber das Feedback am Handgelenk ist härter und unregelmäßiger. Mit dem Säulenrad arbeiten die Hebel immer auf den gleichen Flächen, der Hub ist gleichmäßig und der Knopf gibt mit einem sauberen, fast klickenden Gefühl nach. Ich habe genug Valjoux 72 und 7750 Werke zerlegt, um das mit Sicherheit sagen zu können: Der Unterschied ist mit geschlossenen Augen zu spüren.

Bei der Rattrapante wird es komplizierter. Das Säulensystem steuert die Stoppung der überlagerten Zeiger direkt; das Herzensystem – technisch verschieden von der exzentrischen Nocke des einfachen Chronographen – verbindet den oberen Zeiger mit dem unteren über eine geformte Platte. Weniger Komponenten, niedrigere Montagekosten, aber auch weniger Raffinesse bei der Steuerung.

Die heute als technischer Standard betrachtete Kombination ist Säulenrad gekoppelt mit vertikaler Kupplung. Die vertikale Kupplung koppelt den Chronographenzug vertikal und eliminiert den kleinen Ruck des Zeigers beim Start, der typisch für die horizontale Kupplung ist. Audemars Piguet hat patentierte Versionen entwickelt, die das Spiel weiter reduzieren. TAG Heuer im Kaliber TH20-00, Zenith im El Primero, IWC im Kaliber 89900 mit Flyback: alle wählen diese Kombination aus den gleichen technischen Gründen.

Eine Anmerkung zum Flyback: Die sofortige Rückstellung auf Null mit sofortigem Neustart erfordert, dass das Säulenrad eine komprimierte Abfolge von drei Operationen bei einem einzigen Druck bewältigt. Nicht alle Säulenrad-Chronographen sind Flyback; aber fast alle hochwertigen Flybacks verwenden das Säulenrad.

Von der Werkbank: Wenn ich einen Vintage-Chronographen bewerte, suche ich zuerst das Säulenrad vom Boden oder vom Plateaufenster. Seine Gegenwart garantiert nicht automatisch ein gut erhaltenes Werk, deutet aber auf die ursprüngliche konstruktive Ambition hin. Das Valjoux 23-6 und das Kaliber 89 von Patek Philippe sind gegensätzliche Beispiele in der Komplexität, aber beide verwenden es als ordnendes Element des Mechanismus.

Häufige Fragen

Was ist der praktische Unterschied zwischen einem Säulenrad und einem Nockensystem in einer Chronographenuhr?

Bei einem Säulenrad arbeiten die Hebel immer auf denselben Flächen: der Drücker reagiert gleichmäßig und die Zeiger starten ohne Ruck. Das exzentrische Nockensystem ist einfacher herzustellen, bietet aber weniger konstantes Feedback. Den Unterschied spürt man beim Drücken des Knopfes.

Ist das Säulenrad immer mit einer vertikalen Kupplung verbunden?

Nein. Das Säulenrad kann auch mit einer horizontalen Kupplung arbeiten. Die Kombination mit einer vertikalen Kupplung gilt als überlegen, da sie den kleinen Zeigerruck beim Starten eliminiert, aber die beiden Systeme sind unabhängig und wurden historisch auf unterschiedliche Weise kombiniert.

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