Glossar · Terminologie

Scheibe

IT: Disco

Synonyme: disco rotante · ruota di indicazione · disco indicatore

Definition

In der Uhrmacherei ist die Scheibe ein flaches, drehendes Bauteil, das die Funktion eines herkömmlichen Zeigers ersetzt, ergänzt oder dupliziert. Sie ist nicht einfach ein dekoratives Element: Sie ist eine konstruktive Wahl mit direkten Auswirkungen auf Lesbarkeit, mechanischen Platzbedarf und Energieverbrauch.

Die häufigste Form ist die Datumscheibe, die knapp unter dem Zifferblatt positioniert und durch ein Fenster sichtbar ist. Sie dreht sich alle 24 Stunden um ein Sechsunddreißigstel, angetrieben durch ein Sternrad. Glashütte Original hat die Doppelscheiben-Variante berühmt gemacht, das sogenannte Panorama-Datum, bei dem zwei Scheiben synchron arbeiten, um Zehner und Einheiten auf separaten Öffnungen anzuzeigen und die Lesbarkeit erheblich zu verbessern. Auf der anderen Seite nutzt der Zeiger-Kalender eine numerierte Scheibe mit einem zentralen Zeiger, der eine volle Rotation pro Monat macht: kein Fenster, kein Zifferblattschnitt, Ablesung wie bei einer Regulatoruhr.

Die Stundenscheibe — in Springschaltungen für die Stunde verwendet — speichert die Energie des gesamten Werks 60 Minuten lang und gibt sie in einem Moment ab, wodurch sich die Ziffer zur nächsten Position springt. Das Ergebnis ist sofortige Lesbarkeit, aber der Mechanismus erfordert eine großzügigere Gangreserve: Das Kaliber der Gerald Charles Maestro hat eine Scheibe, die fünfundzwanzig Mal schwerer ist als ein gleichwertiger Zeiger, was einen Eindruck von den Kräften gibt. Die Sprungscheibe, eine Zwischenlösung, gleitet allmählich zwischen zwei Ziffern und zeigt den Übergang: ehrlicher vom Standpunkt der Lesbarkeit, weniger spektakulär.

In Weltzeituhren dreht sich die 24-Stunden-Scheibe — ein von Louis Cottier in den 1930er Jahren formalisiertes System und von Patek Philippe übernommen — einmal pro Tag und wird zusammen mit einem Städtering gelesen. Die Baltic Heures du Monde nutzt eine transparente, auf dem Zifferblatt überlagerte Scheibe, die unabhängig verstellbar ist und es ermöglicht, die zweite Zeitzone einzustellen, ohne die Hauptanzeige zu stoppen. Bei sogenannten Flyer-GMT-Uhren wie der Miyota 9075 wird die zweite Zeitzone genau durch eine 24-teilige Scheibe mit farbiger Markierung angezeigt, nicht durch einen zusätzlichen Zeiger.

Mondphasen sind vielleicht die älteste Anwendung: eine Scheibe mit zwei bemalten oder gravierten Monden dreht sich alle 29,53 Tage einmal um. Die Patek Philippe 5840P fügt eine stationäre, durchbrochene Scheibe in Form einer Mondsilhouette hinzu, die den schattigen Teil verdeckt und auf dem darunter liegenden Rad nur die Mondsichel oder die vollständig sichtbare Scheibe offenbart. Der Effekt ist präzise und die Konstruktion ist vollständig mechanisch.

In Wandering-Hours-Systemen drehen sich Scheiben, sogenannte Satelliten, durch einen 120-Grad-Bogen, jede mit vier gravierten Ziffern, die die Minuten auf einer festen Bahn anzeigen. Zirkonoxid-Lagerschalen, wie in der Kudoke 5, dienen dazu, die Reibung auf großen Scheiben zu reduzieren: sie beseitigen die Notwendigkeit für zusätzliche Schmierung und stabilisieren die Drehung im Laufe der Zeit. Es ist ein technisches Detail, das oft unsichtbar ist, aber bei einer Revision gespürt wird.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.

Termin anfragen →

Casati Milano · Via XX Settembre 15, Mailand · nur nach Vereinbarung