Glossar · Terminologie

METAS Master Chronometer Zertifizierung

IT: Certificazione METAS Master Chronometer

Synonyme: Master Chronometer · certificazione METAS · METAS certified

Definition

METAS ist kein Laboratorium der Uhrenindustrie: Es ist das Schweizer Bundesamt für Metrologie, eine unabhängige staatliche Behörde. Diese Unterscheidung ist wichtig. Wenn ein Uhrwerk die Bezeichnung Master Chronometer trägt, hat es Tests bestanden, die von einer unabhängigen staatlichen Behörde durchgeführt wurden, nicht von einer internen Abteilung des Herstellers.

Das Protokoll ist in zwei Phasen strukturiert. Zunächst erhält das nackte Kaliber die COSC-Zertifizierung, die die Genauigkeit des Uhrwerks innerhalb einer Toleranz von -4/+6 Sekunden pro Tag in fünf Positionen und bei drei Temperaturen überprüft. Dann wird die Uhr in ihrem endgültigen Gehäuse montiert und acht METAS-Tests über zehn Tage lang durchgeführt. Dieser Schritt ändert die Natur der Zertifizierung: Das fertige Produkt wird zertifiziert, nicht die Rohkomponente.

Die METAS-Parameter sind auf mehreren Fronten strenger. Die Gangtoleranz wird auf 0/+5 Sekunden pro Tag reduziert — asymmetrisch zum Nachgang, was der schwierigsten zu kontrollierenden Bedingung entspricht. Die Magnetfestigkeit wird auf 15.000 Gauss erhöht, ein Schwellenwert, der eine Exposition gegenüber MRT-Geräten in Kliniken abdeckt. Die angegebene Gangreserve wird an der montierten Uhr überprüft, nicht auf der Werkbank berechnet. Auch die Wasserdichtheit wird nach der Gehäusemontage überprüft, da die Dichtung während der Montage Beanspruchungen ausgesetzt sein könnte.

Von meiner Werkbank aus sehe ich häufig eine Quelle der Verwirrung: numerische Toleranzen. Einige Quellen nennen 0/+5, andere 0/+6, wieder andere -2/+4. Die Erklärung ist einfach. Die offizielle Master Chronometer-Toleranz beträgt 0/+5 Sekunden pro Tag. Der Wert -2/+4 erscheint in Tudor-Daten für bestimmte MT5601-Kaliber und stammt aus internen Messungen der Manufaktur, die strenger sind als der erforderliche METAS-Standard. Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht: eine ist das zertifizierte Minimum, die andere ist die vom Hersteller angegebene Leistung.

Das Programm wurde 2015 mit der Omega Globemaster geboren, der ersten Uhr, die mit dieser Zertifizierung auf den Markt kam. Tudor übernahm METAS anschließend für die meisten seiner hauseigenen Kaliber und kennzeichnete zertifizierte Uhrwerke mit dem Buchstaben U im Kaliber-Code — MT5601-U, MT5602-U, MT5612-U. Nicht alle Tudors tragen das U: Einige Modelle bleiben ohne die zweite METAS-Ebene COSC-zertifiziert, und der Unterschied wird im Kaliber-Namen angegeben.

Worüber ich mich nicht mit Sicherheit äußern kann: ob andere Marken METAS außerhalb des Omega-Tudor-Ökosystems systematisch übernommen haben oder übernehmen — die Informationen, die ich habe, sind nicht ausreichend überprüft, um definitive Aussagen zu machen.

Häufige Fragen

Was ist der konkrete Unterschied zwischen COSC und METAS?

COSC zertifiziert das nackte Kaliber: Toleranz -4/+6 Sek./Tag. METAS zertifiziert die montierte Uhr mit Toleranz 0/+5 Sek./Tag, fügt Magnetfestigkeitstests bis 15.000 Gauss hinzu und prüft die Wasserdichtheit nach dem Gehäusemontage. Dies sind zwei aufeinanderfolgende Stufen, keine Alternativen.

Was bedeutet der Buchstabe U im Code eines Tudor-Kalibers?

Das U — beispielsweise MT5601-U — signalisiert, dass das Kaliber die METAS Master Chronometer Zertifizierung zusätzlich zur COSC bestanden hat. Tudor-Kaliber ohne U sind COSC-zertifiziert, haben aber nicht die zweite Stufe der METAS-Prüfung. Der Code ist die einzige schnelle Möglichkeit, sie zu unterscheiden.

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