Glossar · Terminologie
Handaufzug
hand-wound · carica a mano · movimento manuale · manual winding
Definition
Handaufzug ist keine Limitierung: es ist eine konstruktive Wahl, die den Rotor und alles, was damit verbunden ist, eliminiert. Ohne die oszillierende Masse kann das Uhrwerk dünner, leichter und oft sichtbarer sein. Die De Bethune DB2517 und die Kaliber La Joux-Perret D100 und D101 existieren in den Abmessungen, die sie haben, gerade wegen dieser Abwesenheit. Der Rotor, wenn vorhanden, nimmt Platz ein und addiert Gewicht; ihn zu entfernen bedeutet jedoch einen Pakt mit dem Träger der Uhr einzugehen.
Der Mechanismus ist in seiner Logik einfach: durch Drehen der Krone wird Energie über ein Zahnradsystem auf die Antriebsfeder übertragen. Wenn die Feder vollständig aufgezogen ist, muss man stoppen. Bei modernen Uhren gibt es fast immer einen Sicherheitsmechanismus gegen Überladung, aber bei Vintage-Stücken — einem AS1475 von A. Schild, einem Excelsior Park EP40, einem Seagull ST1901 — ist es ratsam, vorsichtig vorzugehen. Ich habe genug gebrochene Antriebsfedern restauriert, um Vorsicht gelernt zu haben.
Die Frequenz beeinflusst das Aufzugserlebnis. Ein Kaliber, das mit 2,5 Hz schlägt, wie bestimmte niederfrequente Uhrwerke der deutschen Tradition, gibt der Krone einen anderen Widerstand zurück als ein modernes 4-Hz-Werk. Der langsamere Rhythmus ist auch unter den Fingern spürbar. Es ist keine Nostalgie: es ist Physik. Das Gleiche gilt für die Gangreserve: ein Handaufzuguhrwerk, das gut zum Federhaus proportioniert ist, kann 48, 60, sogar 80 Stunden erreichen. Die Ressence Type 11 hat die Krone eliminiert, indem sie sie durch einen Hebel ersetzt hat, der auf dem Gehäuseboden angebracht ist, und das ergonomische Problem gelöst hat, ohne das Prinzip zu ändern.
Bei der Verarbeitung exponiert die Abwesenheit des Rotors die Brücken vollständig. Hier investieren Hersteller: Armin Strom poliert und finisht die Brücken des Kalibers ASB19 von Hand, Vacheron Constantin erreicht zehn verschiedene Dekorationstechniken auf dem Kaliber 978. Es ist keine Dekoration um ihrer selbst willen: wenn das Uhrwerk sichtbar ist, ist jeder Fehler sichtbar. Handaufzug zwingt Sie, die Dinge richtig zu machen.
Die Hack-Funktion — die Sekundenbremse beim Herausziehen der Krone — ist in den meisten zeitgenössischen Handaufzugkalibrern und in vielen restaurierten Werken vorhanden. Sie ermöglicht eine Synchronisierung auf die Sekunde mit einer externen Referenz. Bei Vintage-Uhren ist dies nicht garantiert: vor dem Kauf überprüfen.
Häufige Fragen
Wie oft muss man eine Handaufzug-Uhr aufziehen?
Das hängt von der Gangreserve des Kalibers ab. Die meisten Handaufzug-Werke haben eine Autonomie von 40 bis 60 Stunden. Die vernünftigste Gewohnheit ist, jeden Morgen aufzuziehen, nur wenige Umdrehungen der Krone, ohne am Ende des Verfahrwegs zu forcieren.
Kann ein Handaufzug-Werk brechen, wenn man zu viel aufzieht?
Moderne Kaliber haben fast immer einen Schutzmechanismus gegen Überaufzug. Bei Vintage-Werken — AS1475, EP40, ST1901 — ist der Schutz nicht garantiert. Es ist besser, innezuhalten, wenn Sie Widerstand spüren, vor dem mechanischen Anschlagpunkt.
Der nächste Schritt
Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.
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