Glossar · Terminologie
Dicke
altezza cassa · profilo movimento · piattezza calibro
Definition
Die Dicke einer Uhr wird in Millimetern von der Oberfläche des Gehäusedeckels bis zur Oberfläche des Glases gemessen und ist einer der restriktivsten technischen Parameter des gesamten mechanischen Designs. Dies ist keine ästhetische Wahl: Jedes Zehntel Millimeter, das auf Kaliber-Ebene gewonnen oder verloren wird, wirkt sich direkt auf das Gehäuse, die Ergonomie am Handgelenk und die Montage-Komplexität aus.
Das Entscheidende ist die Kaliber-Dicke, nicht die Gehäuse-Dicke. Diese beiden Zahlen sind nicht austauschbar. Ein 3,07 mm großes Kaliber wie das Parmigiani Fleurier PF703 passt in ein 7,8 mm großes Gehäuse, weil zwischen Kaliber und Gehäusedeckel die Brücke, Lager, das Saphirglas des Deckels und Toleranzen liegen. Ein Ewigkalender-Modul, das auf einem Basis-Kaliber montiert wird, nimmt allein 4–5 mm in Anspruch: Das JLC 868 Kaliber mit seinem 4,72 mm Perpetual-Modul ist ein extremer Fall, der das Gehäuse auf insgesamt 9,2 mm hält, gegenüber den 13 mm oder mehr, die man in weniger optimierten Lösungen sieht.
Der Hauptfeind der Dicke bei automatischen Werken ist der konventionelle Zentralrotor. Er dreht sich über der Brücke und zwingt den Designer, eine ganze Ebene freizulassen. Deshalb greifen Hersteller von flachen Kalibern zu zwei Alternativen: dem Mikro-Rotor und dem Peripherie-Rotor. Der Mikro-Rotor ist ein kleineres Rotorrad, das in einer Ecke des Werks positioniert ist, oft exzentrisch. Da er nur einen Teil der Kaliber-Oberfläche einnimmt, erzwingt er diese zusätzliche Ebene nicht und das Werk kann monolithisch bleiben. Um die reduzierte Größe auszugleichen und ausreichende Massenträgheit für das automatische Aufzugsvermögen zu garantieren, wird er aus hochdichten Materialien hergestellt: Wolfram, Platin, 21–22 Karat Gold. Das Vaucher 5401 Kaliber erreicht eine Gesamtdicke von 2,60 mm mit einem Wolfram-Mikro-Rotor auf Keramikkugeln; die Horage K2 kommt auf 2,9 mm mit 72 Stunden Gangreserve. Der Peripherie-Rotor löst das Problem anders: Er dreht sich auf dem äußeren Umfang des Werks und lässt die Mitte frei, mit einem vergleichbaren vertikalen Raumgewinn.
Eine weitere Variable, die die Dicke beeinflusst, ist die Anordnung der Zahnradleiste. Wenn die fünf Zahnräder der Leiste auf einer einzigen Ebene angeordnet werden, anstatt auf überlagerten Ebenen, gewinnt das Werk an Flachheit auf Kosten des Durchmessers. Dies erfordert breitere Platinen und präzisere Brücken, beseitigt aber die Höhe mehrfacher Brücken.
Von der Werkbank aus füge ich noch etwas hinzu, das technische Datenblätter oft nicht erwähnen: Eine vom Hersteller angegebene Dicke sollte immer mit einer digitalen Schieblehre am eigentlichen Objekt überprüft werden. Toleranzen zwischen Gehäusedeckel, Dichtung und gewölbtem Glas können die offizielle Angabe um 0,2–0,4 mm oder mehr variieren. Dies ist nicht vernachlässigbar, wenn man mit 6 mm Gehäusen arbeitet.
Der nächste Schritt
Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.
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