Glossar · Terminologie

Panda-Zifferblatt

IT: Quadrante Panda

Synonyme: panda dial · reverse panda · reverse panda dial · quadrante bicolore cronografo

Definition

Das Panda-Zifferblatt ist eine Farbkontrast-Lösung, die in den 1960er Jahren bei professionellen Chronographen entstand: heller Untergrund, fast immer weiß oder elfenbeinfarben, mit dunklen Hilfszifferblättern, schwarz oder marineblau. Der Name stammt vom Tier wegen des deutlichen Zweifarbeffekts. Es ist kein ästhetisches Gimmick: Es ist eine funktionale Antwort auf die Notwendigkeit, Zähler in Sekundenbruchteilen unter wechselnden Lichtverhältnissen auf einem bereits mit Tachometer-Skala, Zeigern und Indizes vollgepackten Zifferblatt zu lesen.

Die umgekehrte Variante, reverse panda genannt, kehrt das Schema um: dunkler Untergrund, helle Zähler. Die beiden Anordnungen sind nicht gleichwertig. Das klassische Panda funktioniert bei Helligkeit besser, da der weiße Hintergrund reflektiert und sich die dunklen Zähler deutlich abheben. Das reverse panda gewinnt bei schlechtem Licht und passt sich nachts in Cockpits an, wo ein weißes Zifferblatt blendet. Historisch bevorzugten Piloten der 1960er Jahre das reverse panda aus genau diesem Grund, nicht aus ästhetischen Gründen.

Von meiner Werkbank aus habe ich Exemplare gesehen, die zeigen, wie elastisch der Begriff in der Praxis ist. Bei der ursprünglichen Zenith El Primero A384 verfärben sich die schwarzen Zähler im Laufe der Zeit zu warmem Braun, was wir heute tropical panda nennen oder, in Zeniths eigener Neuinterpretation, chocolate panda. Es ist nicht mehr schwarz und weiß, aber die Logik des Kontrasts bleibt bestehen. Das Universal Genève Compax Nina Rindt verfügt über getönte Hilfszifferblätter auf elfenbeinfarbenem Grund: gleiches Prinzip, unterschiedliche Patina. Das PR 516 verwendet Blau statt Schwarz und behält damit den Kontrast bei, ohne die Farbfamilie der Uhr zu verlassen.

Eine Anmerkung, die ich für Vintage-Sammler hinzufüge: Der Begriff Panda in der Sammlersprache hat sich schrittweise ausgeweitet und umfasst nun jede starke zweifarbige Konfiguration zwischen Untergrund und Registern, auch wenn die beteiligten Farben nicht streng schwarz und weiß sind. Es ist ein ungenauer, aber inzwischen etablierter Gebrauch. Wenn ich auf ein Exemplar mit blauen oder grauen Zählern auf weißem Untergrund stoße, bevorzuge ich es, dies zu präzisieren, um bei einem Kauf keine falschen Erwartungen zu wecken.

Die Referenzbeispiele zum Verständnis der beiden Schemen in ihrer reinsten Form bleiben die Rolex Daytona aus Stahl aus den 1970er Jahren für das klassische Panda und die Heuer Autavia in den zweiziffrigen Modellen für das reverse. Von da an hat jeder Hersteller die beiden Layouts auf seine Weise umgesetzt.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

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