Glossar · Terminologie

Gummi

IT: Gomma

Synonyme: caucciù · elastomero · rubber · fluoroelastomero

Definition

In der Uhrmacherei beschreibt der Begriff Gummi eine Familie sehr unterschiedlicher Elastomere, und ihre Verwechslung ist ein Fehler, dessen Preis man über lange Zeit zahlt. Die fundamentale Unterscheidung liegt zwischen Naturkautschuk (vulkanisiertes Latex), synthetischen Gummis der ersten Generation wie Silikon und hochleistungs-technischen Elastomeren — HNBR und FKM führen hier an — die heute die professionelle Produktion dominieren.

Vulkanisiertes Latex ist das historische Material: Man findet es in den sogenannten Tropic-Armbändern der 1960er und 1970er Jahre, verbunden mit Modellen wie der Speedmaster Professional in tropischen und Unterwasser-Umgebungen. Die Vulkanisierung härtet und stabilisiert das Naturlatex, macht es weniger anfällig für Hydrolyse; der Hersteller Bonetto hatte dies mit der Leiterstruktur (ladder pattern) zur Spezialität entwickelt, die die Querflex­ibilität und Belüftung erhöht. Der Nachteil von Latex ist das Altern: Es wird hart, reißt, verliert unter prolongierter UV-Einstrahlung an Elastizität.

HNBR (Hydrogenated Nitrile Butadiene Rubber) löst dieses Problem teilweise: Es ist ein hydrierter Nitril-Kautschuk, thermo- und chemisch stabiler als Latex, der Elastizität auch bei niedrigen Temperaturen beibehält und gegen Chlor und Salzwasser resistent ist — kritische Bedingungen für echtes Tauchen, nicht nur Strand-Sport.

FKM, im Handel als Viton® bekannt, ist das Fluorelastomer: Das Kürzel steht für fluorine-kautschuk material, Fluorkautschuk. Es ist das Material, das man heute in den anspruchsvollsten Kontexten findet, von Armbändern mit internen Metallschienen bis zu hybriden Fliegerarmbändern mit Textileinsatz. Die praktischen Vorteile sind konkret: Es benötigt keine Einlaufzeit (im Gegensatz zu Naturkautschuk, der die ersten Tage steif ist), ist hypoallergen, trocknet schnell, nimmt keinen Schweiß auf und speichert keine Gerüche. Es widersteht UV und Temperaturschocks ohne Dimensions- oder Farbverlust. Die Bearbeitung erfordert Präzisionswerkzeuge: Deshalb müssen Hersteller, die FKM mit eingravierter Textur verwenden — Segeltuch-Muster, Saffiano-Motive, Cordura-Oberflächen — in teure Werkzeuge investieren, und das sieht man der Oberflächenqualität an.

Mirum verdient erwähnung: Es ist ein Material aus Naturkautschuk, Ölen und pflanzlichen Wachsen, ohne Kunststoffe oder PVC, vorgeschlagen als Alternative zu synthetischen Elastomeren für diejenigen, die die petrochemische Komponente reduzieren möchten. Es ist noch eine Nische, aber die Richtung ist interessant und die mechanische Leistung in den Tests, die ich gesehen habe, ist für den täglichen Gebrauch akzeptabel.

Aus dem Atelier: Gummi sollte nicht völlig trocken gelagert werden. Der Hauptfeind — nach UV — ist Ozon, das in urbanen Gebieten vorhanden ist. Ein Naturkautschuk-Armband, das in einer geschlossenen Schublade neben einem Elektromotor (der Ozon erzeugt) aufbewahrt wird, reißt innerhalb weniger Monate. FKM ist toleranter, aber nicht unverwundbar.

Der nächste Schritt

Das richtige Armband wählt man nicht. Man baut es gemeinsam.

Vom Termin im Atelier bis zur Lieferung ist jeder Schritt für jene gedacht, die wissen, dass gute Dinge Zeit brauchen. Seltene Leder, ein Stück nach dem anderen, achtzehn Monate Garantie.

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